Die Gemeinde an der Alster zeigte sich am Sonntagnachmittag närrisch. Wagen und Gruppen schlängelten sich als bunter Gaudiwurm, angeführt von "Napoleon" (Bürgermeister Helmut Dietz) und den Gemeinderäten Birgit Finzel und Martin Mölter, vom nordöstlichen Ortseingang kommend durch den Ort. Knapp 300 Zuschauer säumten die Straßen, um unter Klängen der Blaskapelle Gereuth zu schunkeln.

Ganz vorne mit dabei waren "steinzeitalte Sängerinnen und Sänger" des Gesangvereins Memmelsdorf, gehüllt in steinzeitlichen Gewändern unter Mitführung eines Steinzeitgefährtes. Dort war zu lesen: "Die Stimme, das älteste Instrument der Welt, wie alt Memmelsdorf wirklich wird, ist bis heute nicht geklärt, wir Sänger, das weiß jedes Kind, schon in der Steinzeit zu finden sind." Der CSU-Ortsverband Untermerzbach haderte mit dem Kursverfall der Währung: "Der Euro wird nicht mehr, drum schenken wir ihn heute her." Schokoladen-Euros wurden in Massen aus einer Box geholt und unter die Leute gebracht.

"BRK-Bereitschaft Memmelsdorf, wir gehen angeln", war auf deren Motivwagen zu lesen. "Habt ihr erst mal angebissen, will keiner mehr das BRK missen" und auf Mitgliederfang gingen die BRK-ler mit dem hoffnungsvollen Satz: "Mitglieder finden ist nicht immer leicht, mit der Angel klappt"s vielleicht."


"Rockt einfach alle mit"

Die Memmelsdorfer Mädla machten mit ihrer Botschaft den Fasching zum Event: "Rockt einfach alle mit, dann wird der Fasching ein Hit." Alle waren in Röcken erschienen, die beim Rocken in der Mittagssonne flatterten. Die Feuerwehr Untermerzbach meinte: "Wir machen Urlaub, haben frei, keine Sirene stört uns dabei." Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, wird sich zeigen. Jedenfalls hofften die Rothelme: "Es sind 366 Tage da im Jahr aber heute gehen wir auch mal in die Bar."

"Jeder hilft auf seine Art", war auf dem Wagen der Jugendfeuerwehr zu lesen. Damit brachten sie zum Ausdruck, dass sie das machen, was sie können und als Nachwuchsfeuerwehrler dürfen.

Den Schluss des närrischen Zuges bildete der Wagen der Fußballer des SVM-U. Im Hinblick auf den neuen Fußballplatz, der in Untermerzbach entsteht, waren ihre Ansagen: "Das neue Stadion wird mal stehen und wir werden viele Siege sehn", oder "Ob alt, ob jung, wir sind uns eins, wir werden sehr bald wieder Meister sein." Auch um ihren sportlichen Erfolg scheint es ihnen nicht bange zu sein: "Um unsere Zukunft ist uns nicht bang, mit unserem Coach gehst voll nach vorne", war zu lesen.