"Wir fühlen uns hier in Gemünd pudelwohl und feiern nun schon unser drittes Winterfest. Dabei können unsere Gäste sehen, was wir schon gebaut haben und was wir gerade bauen. Die ehemalige Mühle ist auf jeden Fall jetzt schon ein Schmuckstück." Dies betonte Professor Gunter Adams bei der Eröffnung des Winterfestes der Außenwohngruppe der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (EKJFH) in der "Gemünder Mühle".

Prof. Gunter Adams informierte dabei, was er sich für die Gemünder Mühle noch vorstellt: "Wir wollen auf das Gelände auch noch weitere Tiere bringen. Hühner und Katzen haben wir schon und einige Erzieher auch Hunde. Wir stellen uns auch Hundetherapien vor und wollen noch Pferde, denn es gibt auch eine Pferdetherapie. Die Lage der Gemünder Mühle ist hierzu ideal und wir stellen uns eine Art Gnadenhof für Tiere vor."

Seit drei Jahren ist die ehemalige Mühle im Besitz der Kinder- und Jugendhilfe des Diakonischen Werkes, welche junge Menschen in therapeutischen Heimgruppen betreut. Den Hauptsitz hat die Einrichtung im Würzburger Stadtteil Grombühl. In der "Gemünder Mühle" bei Ebern sind zur Zeit drei therapeutische Wohngruppen untergebracht, die von der EKJFH in Kooperation mit dem Verein "Erleben, Arbeiten und Lernen - die evangelische Jugendhilfe" betreut werden.

Noch viel Arbeit vor sich

Natürlich ist auf dem Gelände der ehemaligen Gemünder Mühle und dem Sägewerk noch nicht alles fertig. "Dazu haben wir gar in der kurzen Zeit gar nicht die finanziellen Mittel. Aber ich baue für mein Leben gerne und das hier wird ein Schmuckstück, auch wenn es schon eine Kunst ist, so ein altes Gebäude mit allen erforderlichen Umbauten auszugestalten und vor allem auch den notwendigen modernen Brandschutz zu installieren", meinte Professor Adams, der auch Vorsitzender der entsprechenden Trägervereine.

Im Haupthaus der Mühle habe man nun die entsprechenden Räume für die Gruppen geschaffen. Dabei seien das Erdgeschoss und das zweite Obergeschoss fertig, während im ersten Obergeschoss noch die entsprechenden Arbeiten mit Freilegung des Fachwerkes und Einbau der Zimmer vorgenommen werden müsse.

Mit Stolz erzählte Prof. Adams, dass die Arbeiten weitgehend von eigenen Mitarbeitern ausgeführt und nur ganz wichtige Arbeiten wie z.B. die Elektrik an Fachfirmen vergeben würden. Im Moment gebe es wegen der noch ausstehenden Zimmerausbauten auch Zwei-Bett-Zimmer, wobei man aber am Schluss mehr auf Ein-Bett-Zimmer umstelle.

Das Winterfest solle die Gelegenheit bieten, die Gemünder Mühle kennen zu lernen und sich im Rahmen von Führungen über die Arbeit mit den Jugendlichen in drei Gruppen mit insgesamt 15 Kindern zu informieren.
Die Jugendlichen seien im Alter zwischen 10 und 17 Jahren, hätten oft psychische Krankheiten und Schulprobleme und müssten deswegen in so einer Einrichtung erzogen und beschult werden.

Kooperation mit Schulen

Dabei lobte er die gute Zusammenarbeit mit der Don-Bosco Schule in Pfaffendorf oder auch den Schulen in Ebern, wo ungefähr zwei Drittel der Kinder ihre Schulpflicht erfüllten.

Ein kleiner Teil müsse aber auch in der Einrichtung beschult werden, weil sie noch nicht klassenfähig seien.
Wenn dies der Fall sei, könnten sie dann auch in die staatlichen Schulen gehen. Leitsatz der Arbeit wäre "wir geben keinen auf".

Prof. Gunter Adams war es wichtig zu vermitteln, dass für solche Jugendliche ein großer Mitarbeiterstab notwendig sei und dementsprechend die Kosten für die Betreuung der Jugendlichen hoch seien.
In der Einrichtung gäbe es derzeit 13 Mitarbeiter für die drei Gruppen und zusätzlich zwei Lehrer, Mitarbeiterin in der Hauswirtschaft, einen Hausmeister und teilweise auch Praktikanten von Fachhochschulen. "Wir brauchen als Mitarbeiter Leute, die auch mit dem Herzen bei ihrer Arbeit sind."

Die Einrichtungen der Evang. Kinder-, Jugend- und Familienhilfe hätten einen sehr guten Ruf. "Auf unserer Warteliste stehen 300 Menschen und jede Woche haben wir mindestens 15 Anfragen. Dabei kommen zu uns die Jugendlichen eigentlich deutschlandweit, natürlich mit Schwerpunkt aus Bayern."
Für spezielle Fälle von Jugendlichen habe man auch zwei Häuser in Finnland, wo man in der Natur erlebe, was für das Leben wichtig sei und was nicht.

Ein Erziehungsansatz sei durchaus die Einsamkeit, wo man für alle Lebensbereiche arbeiten müsse. Dazu gebe es Projekte zur Eingliederung entwurzelter junger Menschen.

Zum "Winterfest" nach Gemünd waren mit Bussen auch Gäste aus dem Würzburger Raum, Eltern und Angehörige gekommen.

Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) meinte, dass ein Sommerfest jede Organisation feiern könne, aber ein Winterfest schon etwas Besonderes sei. Er sei erstaunt und begeistert, was an diesem Anwesen in der Gemünder Mühle schon alles revitalisiert worden sei und welch guten Zweck es erfülle. Die Stadt Ebern werde die Einrichtung so gut sie könne unterstützen.

Der zwölfjährige Ben alle Gäste namens der Mitarbeiter und Jugendlichen willkommen und stellte das Programm vor. So gab es Kicker- und Tischtennisturnier, Torwandschießen, die Aktivecke mit Kinderschminken, Filzen oder Kartoffeldruck und auch viele Aktionen für Spiel und Spaß wie Traktorfahrten, Hüpfburg, Ponyreiten, Bogenschießen.