Der Ort und der Termin passten: Die Schüler des Abiturjahrgangs des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt hatten sich in ihrem Projekt-Seminar mit dem Thema "Vom Talent zum Profi" im Fußball beschäftigt und stellten jetzt in der Haßfurter Dreifachturnhalle ihre Studie vor. Fachkundiges Publikum hörte sich die Ergebnisse zur Talentörderung auf dem flachen Land an. Mit dabei waren neben Schulleiter Max Bauer, die Stützpunktspieler des DFB-Stützpunkts Haßberge mit ihrem Trainerteam, Vereins- und Jugendtrainer aus der Region sowie Eltern und Fußballinteressierte.

Von 2000 bis 2014

Die elfte und die zwölfte Jahrgangsstufe über befassten sich die Kollegiaten mit dem Thema Talentförderung durch den Deutschen Fußballbund (DFB), wie aus der Mitteilung des Gymnasiums hervorgeht. Daten trugen sie zusammen, wie die Jugendlichen erläuterten, ab dem schlechten Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2000. Ihre Untersuchung reicht bis zur heutigen Entwicklung des DFB-Teams mit dem Blick auf die Fußball-WM 2014 in Brasilien. Das gesammelte Werk, zusammengefasst in einer Broschüre, stellten die Gymnasiasten per Großleinwand und DFB-Trailern vor.

Es gibt ein DFB-Talentfördersystem auch in der Region Haßberge, und dieses beschrieben die Schüler detailliert. Sie haben Grafiken vorbereitet, die Trainingsinhalte zeigten, Inhalte aus der Befragung der Vereinsspieler und Trainer oder auch die Zufriedenheit der Spieler mit dem Vereinstraining oder die Disziplin der Mannschaft im Trainingsbetrieb. Auch einzelne Fragen haben sie analysiert. Etwa: Hat der Vereinstrainer eine Trainerlizenz? Wie gut oder schlecht wird das Training aus der Sicht der Spieler betrachtet? Hat der Trainer Angst davor, einen talentierten Jugendlichen an einen höherklassigen Verein abzugeben?

Tom Schütz, ehemaliger Stützpunktspieler im Haßbergkreis, und jetzt Mannschaftskapitän des Zweitligisten Arminia Bielefeld, beschreibt in einem Interview seinen sportlichen Werdegang, von Burgpreppach über den FC Haßfurt zum FC Bayern München, bis jetzt eben nach Bielefeld.

Interessant fanden es die Anwesenden, wie die Gymnasiasten den Bogen von der Region Haßberge zum Profifußball gespannt haben. Am Beispiel des deutschen Rekordmeisters FC Bayern München zeigen sie drei völlig unterschiedliche Spielerprofile: Karl-Heinz Rummenigge, Thomas Müller und Mario Götze in Bezug auf das derzeitige DFB-Talentfördersystem zu bringen, war nur nach umfangreichen Recherchen möglich.

Viel geholfen hat ihnen der Besuch vor Ort am Trainingsgelände an der Säbener Straße in München sowie beim Spiel der Profis gegen Hannover 96 in der Allianz-Arena. Die Abläufe im FCB-Junioren-Team und bei den Profis einmal aus nächster Nähe zu erleben, war für die meisten ein Glanzlicht in den zwei Jahren der Seminararbeit.

Wie offen die Verantwortlichen des FC Bayern dabei den Jugendlichen des Regiomontanus-Gymnasiums gegenüberstanden, spiegelt sich auch in der P-Seminar-Mappe wider. In Interviews und Statements von Jugendnationalspielern und Trainern des FC Bayern München zeigt sich der Weg vom Talent zu einer höherklassigen Ausbildung deutlich.

Die P-Seminaristen

An der Projektstudie mitgearbeitet haben Pia Langguth, Lena Jahn, Fabian Schmitt, Felix Weisheit, Christine Eller, Tiffany Ketz, Yannik Rößner, Florian Wachter, Maximilian Gebhardt, Marius Höchner, Florian Weidinger und Jonathan Strauß. Die betreuende Lehrerin war Birgit Moller. Michael Kotterba (DFB-Stützpunkttrainer) hat die Jugendlichen in den vergangenen beiden Jahren begleitet und zahlreiche Kontakte ermöglicht.