Wird die Idee der Erlebniswelt "fränkischer Sandstein" in Breitbrunn weiterverfolgt oder nicht? Ja, sagten die Gemeinderäte mehrheitlich in ihrer Oktobersitzung. Allerdings vier der 13 Anwesenden stimmten dagegen. Ihr Kernpunkt: Was bringt die Einrichtung eines Museums, eines kleinen Schauabbaus und von Wanderwegen den Bürgern? Viele fühlen sich schon jetzt von den Besuchergruppen des Kreuzweges in ihrer Ruhe gestört, meinten zwei Räte.

Bürgermeisterin Gertrud Bühl und die Gemeinderäte Frank Fella, Ralf Hofmann und Manfred Wolf hielten dagegen. "Ich habe sogar schon Leute gehört, die Breitbrunn besucht haben und sagten, hier ist es wunderschön, hier wollen wir herziehen", betonte Bühl. Von der positiven Strahlkraft des Projekts für die ganze Region sind grundsätzlich alle überzeugt.

Die Bürgermeisterin stellte vor, was in den vergangenen Jahren seit 2010, seit der Geburt der Idee, schon gelaufen ist. Zunächst kaufte die Gemeinde ein Grundstück in der Nähe eines Steinbruchs. Damals kam der Gedanke auf, dass man hier ein Museum einrichten könnte, um auf die Bedeutung des Sandsteinbruchs für Breitbrunn und die Haßberge hinzuweisen. Die qualitativ hochwertigen Steine wurden exportiert bis Kuba und Mauritius und auch für den Bamberger Dombau verwendet.

Im vergangenen Jahr nahm das Konzept deutliche Formen an. Ein neuer Steinbruch direkt am Ortsrand konnte von einem Mitstreiter erworben werden und ist inzwischen aufgeräumt. Eine Bürgerversammlung zeigte, dass das Interesse der Menschen groß und positiv ist. Auf einer ersten Steinbruchwanderung gingen gleich 70 Personen mit.

Gesamtkosten: eine Million Euro

Jetzt soll ein Konzept für die Förderung erarbeitet und an mögliche Zuschussgeber eingereicht werden. Rund eine Million Euro könnte das Projekt kosten. Je nach Fördertopf könnte die Gemeinde 75 Prozent oder 60 Prozent, plus nochmal 50 Prozent von den Restkosten als Zuschussmittel erhalten, stellte Bühl vor. Von dem Geld sollte der Steinbruch am Ortseingang mit drei Museumsgebäuden, darunter einem Neubau mit der Steilwand als Hauswand, einer Bühne, einem Biotop-See, dem Zugang zu einem Erlebnisabbau und der Sicherung des Geländes bezahlt werden. Träger könnte die Gemeinde, der Landkreis oder ein Trägerverein werden. Im Moment bleibt die Federführung erst mal bei der Gemeinde.


Urnengräber in Lußberg


Verkehrsberuhigung

Vor der Sitzung besuchten die Breitbrunner Gemeinderäte einige Ortsstraßen, an denen Bürger Verkehrsberuhigung fordern. Für die Glocken- und die Hofstraße lehnte das Gremium ab, der Neubrunner Weg, der eine Durchgangsstraße nach Neubrunn ist, wurde zurück gestellt. Hier sollen nochmal fundierte Daten erhoben werden. Eventuell schafft sich die Gemeinde dafür ein Verkehrsmessungsgerät an, wie es auch Ebelsbach, Kirchlauter und Rentweinsdorf haben.

Schwarzbau

Viele Gemeinderäte ärgern sich zunehmend über Schwarzbauten, also Gebäude oder Schuppen, die hingestellt wurden, bevor eine Genehmigung bestand. Als diesmal wieder so ein Fall vorgelegt wurde, lehnten die Räte es mehrheitlich ab, ihr Einverständnis nachträglich zu erteilen. Die eigentliche Entscheidung über den Bau trifft aber das Landratsamt.

Energiewende

Breitbrunn will ein Zeichen setzen für die Energiewende und beteiligt sich mit 10 000 Euro am Bürgerwindpark Sailershäuser Wald.

Internet

Das Breitband kommt 2015. Bürgermeisterin Gertrud Bühl informierte, dass derzeit die Ausschreibung erfolgt. Die Förderung kann sich hier auf 80 Prozent oder bis zu 730 000 Euro belaufen.

Vereine

Der VfR Hermannsberg-Breitbrunn erhält einen Zuschuss von 500 Euro als Anerkennung dafür, dass er den Meistertitel in seiner Klasse geholt hat.

Vortrag

Einen Vortrag zum Kriegsbeginn 1914 und zum Kriegsverlauf für Breitbrunn hat Gemeindearchivar Kilian Zettlmeier zusammengestellt. Er wird ihn am Freitag, 7. November, ab 20 Uhr im Gemeinderzentrum mit musikalischer Umrahmung halten. cp