Zwischen dem 5. und dem 10. Oktober war im Dienstbereich der Polizeiinspektion Haßfurt mehrfach ein zunächst unbekannter Trickbetrüger aufgetreten. Er hatte eine gefälschte Sammlerliste des "Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg" dabei. Damit erschlich er sich das Vertrauen der Leute und gelangte unberechtigt an Spenden.

Festnahme gelang

Die vorläufige Festnahme des 61-jährigen Straftäters gelang am 10. Oktober, wie aus dem Bericht der Polizei Haßfurt hervorgeht. Der Mann hatte wieder an einer Wohnung in Haßfurt geklingelt und bei einer jungen Frau um eine Spende gebeten.

Diese hatte aber bereits die Meldungen über einen Sammel-Betrüger durch die Öffentlichkeitsfahndung der Polizei mitbekommen und so von den Straftaten erfahren. Die junge Frau lehnte natürlich eine Spende ab.

Und sie verhielt sich klug: Um etwas Zeit gewinnen zu können, schickte sie ihn zu einer Nachbarin eine Etage höher und verständigte sofort die Polizeiinspektion Haßfurt.

Durch die sofortige Reaktion und die detaillierte Beschreibung konnte der Mann dann in unmittelbarer Nähe des Wohnhauses angetroffen werden, welches er soeben verlassen hatte.

Der Mann gab gegenüber den Polizeibeamten zunächst an, dass er für eine Firma unterwegs sei, um Bestellungen für Tiefkühlartikel aufzunehmen und konnte auch eine entsprechende Mappe vorzeigen. Unter den Bestelllisten fanden sich dann aber die gefälschten Sammellisten. Aufgrund der Beweislage räumte der Mann dann insgesamt 70 bis 90 Straftaten ein, wobei bisher 37 Geschädigte ermittelt werden konnten.

Ehrung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Als Dankeschön für das vorbildliche Verhalten der Zeugin übergaben der Leiter der Polizeiinspektion Haßfurt, Kurt Förg, und der Vertreter des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg, Dr. Klaus-Stefan Krieger, am Dienstag an die junge Frau ein kleines Geldgeschenk und einen Blumengruß. Die Zeugin wollte in der Öffentlichkeit nicht namentlich genannt werden, weshalb die Ehrung ohne Einladung von Pressevertretern vorgenommen wurde.

Der Caritasverband war über die schnelle Klärung der Straftaten erfreut, da ansonsten viele Menschen das Vertrauen bei Sammelaktionen verloren hätten. In diesem Zusammenhang weist die Caritas darauf hin, dass ihre Sammler mit Listen unterwegs sind, welche mit Stempel des örtlichen Pfarrbüros und mit einer Unterschrift des Pfarrers versehen sind.

Bestehen bei Bürgern Zweifel an der Legalität eine Sammlung, kann mit der auf der Liste angeführten Organisation Verbindung aufgenommen oder die örtliche Polizeidienststelle verständigt werden. Für einen Straftäter ist es auch abschreckend, wenn um die Vorlage eines Personalausweises gebeten wird und die Personalien vor einer Spende notiert werden.