Es war ein Hörgenuß - zweifellos. In der vergangenen Woche präsentierten sich die Schülerinnen und Schüler der Realschule mit Gesang, Instrument und Tanz beim Sommerkonzert. Doch wo Harmonie rauskommt, steckt nicht gleich Harmonie drin. Zum Ende der perfekten Darbietung appellierte eine Schülerin der zehnten Klasse vor dem Publikum an die Schulleitung und bat um mehr Unterstützung für die Musiklehrer und ihre Arbeit: "Mit etwas besserer Zusammenarbeit könnten wir noch viel mehr schaffen." Diese Dissonanzen ließ sich an diesem Abend aber niemand anmerken. Lehrer Bernd Schmidt lobte seine Musikerinnen und Musiker: "Es ist eine Musikgemeinschaft, die immer gut tut."

Zum wiederholten Male heizten die Realschüler beim Sommerkonzert schon in der Aula der Mittelschule ein. Denn im eigenen Schulhaus gibt es weder den Platz noch eine Bühne, um derartiges zu präsentieren. Mit dabei waren auch die Chorklassen aus der fünften und sechsten Jahresstufe. Die Jungsänger sind mittlerweile schon kleine Berühmtheiten. Im Mai durften sie gemeinsam mit den Nürnberger Symphonikern auftreten und präsentierten, so auch beim Konzert in Ebern, einige Stücke aus der "West Side Story".

Französisch ist zwar eine schwere Sprache, doch den Hüftschwung zu französischen Liedern hat jeder Tänzer der Formation "Les Meufs" graziös hinbekommen. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse besuchen diesen Wahlunterricht bei Heidi Hauguth, um sich spielerisch der Sprache, mit der sie ab September in das neue Schuljahr starten werden, zu nähern. "Zum Schuljahresende entsteht in dem Wahlunterricht dann meist ein kleiner Tanz oder ein Lied", berichtete Lehrerin Sabine Heinrich, die den Konzertabend moderierte.

Als James Bond höchstpersönlich gesellte sich der Nachwuchskünstler der Zauberei, Pascal Thieme aus Reckendorf, an ihre Seite. Der 16-Jährige besucht die Realschule und wird am Wochenende auch bei "Bamberg zaubert" zu sehen sein. Beim Konzert wandte er seine Tricks in geheimer Mission an. Allerhand fand er über die Musikkünstler heraus und bot dies dem Publikum dar. "Es ist doch ganz schön, wenn das auch die Schüler selbst machen", kommentierte Sabine Heinrich, die angelehnt an die Geschichte rund um den Geheimagenten als Miss M. auftrat, die Moderation ihres jungen Kollegen.

Seit einem Jahr leitet Lehrer Florian Schubert die Schülerband der Realschule Ebern. "Fachfremd" sozusagen, aber die Solos am E-Bass bekommt er trotzdem ohne Fehler hin. "Die Arbeit mit euch macht großen Spaß. Es ist schön zu sehen, wie ihr in diesem Jahr zu einer Band zusammengewachsen seid", freute sich Schubert nach dem gelungenen gemeinsamen Auftritt. Diese Band gibt auch jungen Gesangstalenten die Chance, ihre Stimmen auszuprobieren. Die jungen Damen sangen so leidenschaftlich, als gehe es um ihre eigenen, ganz persönlichen Gefühle.

Wie bei einem Festtag

Nicht nur vor der Tafel, sondern auch auf der Bühne machen einige Lehrkräfte eine gute Figur. "Sie kommen sehr traditionsbewusst daher. Singen Lieder aus den 80er-Jahren und sogar a cappella", verriet Pascal Thieme. Ebenso wie das Orchester, der Mittelstufenchor und die Chorklasse wird auch der Lehrerchor von Musiklehrer Bernd Schmidt geleitet. Vielen Schülerinnen und Schülern bringt Schmidt Jahr für Jahr den richtigen Beat bei. Und sie haben Spaß dabei. Als wäre es ein Festtag, wenn die Realschule ein Sommerkonzert veranstaltet.

Letzteres gilt übrigens als Beweis, dass Musik, egal an welchem Ort man sich befindet, eigentlich immer glücklich macht. Das Gospel "Oh Happy Day", dargeboten vom Lehrerchor, und das erfrischende "Happy" von Williams Pharrell, gesungen vom Mittelstufenchor, räumten dabei die letzten Zweifel aus. Wer nicht da war, hat eindeutig etwas verpasst.