Im Landkreis Haßberge geht der Breitbandausbau voran. Die Deutsche Telekom hat bei der öffentlichen Ausschreibung für den Internet-Ausbau in den Gemeinden Breitbrunn, Kirchlauter Stettfeld überzeugt, und die Bürgermeister setzten ihre Unterschriften unter die Verträge. Rund 1000 Haushalte sollen nach Fertigstellung der Breitbandanschlüsse Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s nutzen.

Mindestens 30Mit/s

Telekom-Projektleiter Klaus Markert meint, Anschlussinhaber würden mit einer Übertragungsrate von 50 Mbit/s im Downstream (Herunterladen von Dateien) und mindestens zwei Mbit/s im Upstream (Versenden von Dateien) versorgt sein, zumindest aber mit einer Übertragungsrate von 30 Mbit/s im Downstream. Die Unterschiede seien davon abhängig, wie weit die Anschlussnehmer von den Kabelverzweigern entfernt lägen. Die Technik sei auch für 100 Mbit/s geeignet. Für Gewerbetreibende seien höhere Bandbreiten möglich.
Glasfaser stellte er als die Zukunft dar. Künftig wird nur noch mit Gigabit und Terrabit pro Sekunde gerechnet. Den neuen Größenordnungen sei man schon sehr nahe.

Der Landkreis geht von 22 Millionen Euro Investitionssumme aus; der Eigenanteil der Städte und Gemeinden liegt bei rund 3,7 Millionen Euro. Für den Bereich der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebelsbach sind die Arbeiten mit 713 449 Euro vergeben. Die Investitionen verteilen sich auf Breitbrunn mit 373 449 Euro (Eigenanteil 74 606 Euro), Kirchlauter 298 123 Euro (59 624 Euro) und Stettfeld 42 293 Euro (Eigenanteil 8458 Euro).

15 Kilometer Glasfaser

Allerlei Fachbegriffe schwirrten durch den Raum. Die allgemein verständlichen Fakten: Rund 15,1 Kilometer Glasfaserkabel werden verlegt und 13 Schaltgehäuse aufgestellt oder mit modernster Technik ausgestattet. Das Netz soll ab April 2016 so leistungsstark sein, dass Fernsehen, Telefonieren und Internet-Surfen zugleich möglich sind.

Wie die Vertriebsbeauftragte der Telekom, Marion Thüngen, unterstrich, steige die Telekom nun in die Feinplanung ein. Gleichzeitig würden eine Firma für die Tiefbaumaßnahmen ausgesucht, Material bestellt und Baugenehmigungen eingeholt.

Teilweise unterirdisch

Für Breitbrunn wird unterirdisch auf 4095 Metern gebaut, 7755 Meter Kabel werden in die Rohrsysteme eingezogen. Auf 895 Meter müssen Wege gebaut werden. Zum Aufbau der Systemtechnik sind sechs Schaltgehäuse notwendig.

In Kirchlauter werden 3590 Meter unterirdisch bebaut, 6885 Meter Kabel eingezogen und sechs Schaltgehäuse notwendig. Hier müssen 835 Meter Weg wieder gerichtet werden.

Die Gemeinde Stettfeld hatte sich nach Aussage von Bürgermeister Alfons Hartlieb (CSU) schon in einem ersten Förderverfahren (damals ein Megabit) beteiligt; deswegen seien nur noch wenige Arbeiten auszuführen, wie es hieß. Hier sind 470 Meter Rohr zu legen und 470 Meter Kabel einzuziehen; auch Wege werden hergestellt, und ein Schaltgehäuse ist nötig.

Anschuss für Winterhof?

Die Bürgermeister sprachen weitere Probleme an. So regte Reinhold Stöhr (Zweiter Bürgermeister von Kirchlauter; SPD) den Anschluss von Winterhof an, zumal dort ein Gewerbebetrieb sei. Bürgermeisterin Gertrud Bühl (Freie Wähler; Breitbrunn) hatte Fragen zur Erschließung des neuen Baugebiets in Breitbrunn sowie zum Ausbau der Ortsdurchfahrt in Kottendorf. Der Weiler Doktorshof sei allerdings nicht in das Kumulationsgebiet einbezogen.

Projektleiter Klaus Markert stellte eine Überprüfung dieser Anliegen in Aussicht. Grundsätzlich allerdings müsse die Gemeinde die Aufwendungen bei Ortsdurchfahrten komplett vorfinanzieren. gg