Und schon ist's wieder rum, das Sander Weinfest. Vier Tage lang verwandelte sich der große Platz am Altmain in eine Partyzone, die von der Größenordnung und der Stimmung her ihresgleichen in der Region sucht: Von Freitag bis Montag feierten nach Schätzungen der Organisatoren insgesamt etwa 34 000 Besucher auf dem Festgelände, auf dem jeden Tag Livemusik gespielt und das von über 1000 Helfern teils aus Sander Vereinen, teils aus der Gastronomie bewirtet wurde.

Für Roland Mahr, Vorsitzender des Organisationskomitees Altmain-Weinfest, war es ein Erfolg: "Ich bin zufrieden", sagte er am Montagabend und lächelte. Die letzten Stunden des Festes waren angebrochen und Mahr war gerade aus einer kurzen Besprechung mit Polizeichef Kurt Förg und weiteren Einsatzkräften der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Security gekommen.

Die genaue Besucherzahl, so sagte Mahr, sei schwer zu ermitteln. "Wir verlangen ja keinen Eintritt, können es also nicht genau sagen." Er schätzt, dass es Freitag 8000 bis 9000, am Samstag 12 000 bis 13 000, am Sonntag 5000 bis 6000 und am Montag 7000 bis 8000 Menschen waren, die gemeinsam feierten.

Kurt Förg, Chef der Haßfurter Polizeiinspektion und Einsatzleiter der Sicherheitskräfte beim Sander Weinfest, spricht insgesamt gesehen von einem friedlichen Fest. Angesichts der großen Menschenmenge, die vier Tage lang auf engem Raum versammelt ist, sei es normal, dass es zu dem einen oder anderen Zwischenfall kommt. Ein paar Eifersuchtsstreitereien habe es gegeben, der eine oder andere Konflikt unter - meist alkoholisierten - Gästen war zu verzeichnen, einige betrunkene Jugendliche mussten ihren Eltern übergeben werden. Aber im Vergleich zur Anzahl derjenigen, die sich friedlich verhielten, sei die Anzahl der Problemfälle verschwindend gering. Förg lobte die organisatorische Leistung der ehrenamtlichen Weinfestkomitee-Mitglieder und den Einsatz der vielen Helfer, denn "was gemacht werden kann, wird gemacht auf diesem Fest".

Alkoholfreies Weizen boomt
Roland Mahr hat zudem den Eindruck, dass viele Menschen sich etwas zurücknehmen, was den Alkoholkonsum betrifft, zumindest an den besucherschwächeren Tagen Sonntag und Montag. Offenbar sei der Respekt vor dem Brummschädel am nächsten Tag auf der Arbeit groß. Auf diese Entwicklung deuten auch die Zahlen hin: Der Konsum an alkoholfreiem Weizenbier habe die vergangenen Jahre kontinuierlich zugenommen, mittlerweile liege der Anteil am Gesamtumsatz bei Weizenbier "bei zehn Prozent".

Erstmals in diesem Jahr zum nunmehr 26. Weinfest gab es auch einen alkoholfreien Wein. Strenggenommen ist es zwar kein Wein, sondern verperlter Traubensaft. Das Getränk wird aus einer Bacchus-Rebe gewonnen. Der süßliche Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Jedoch erklärt Ruth Knorr vom TV Sand, die den Weinpavillon mit Stehbereich im hinteren Festbereich leitete, dass der Wein sehr gut angenommen wurde. "Am Samstag mussten wir sogar noch einmal nachbestellen." So hätten sich etwa viele Busfahrer darüber gefreut, dass sie am Weinfest einen Wein trinken konnten, der sie nicht fahruntüchtig macht. Der Saft stammt vom Winzer Florian Loos aus Dingolshausen - denn von den ansonsten bevorzugten Sander Weinmachern hatte keiner einen alkoholfreien Wein im Angebot.

Höhepunkt des Jahres
Auch Bürgermeister Bernhard Ruß spazierte am Montag mit einem zufriedenen Lächeln über den Festplatz. "Es gibt nur strahlende Gesichter", sagte er und fügte lachend hinzu: "Und ein paar abgekämpfte." Das Weinfest sei für die Sander der Höhepunkt des Jahres. "Es ist ein Lebensgefühl, das die Gemeinde ausmacht. Und die Vereine leben davon."