Er war stets für andere da: Als Musiker, als Vertrauensmann, als Gemeinderat und als Ehemann: Otto Korn (87) spielte auf dem Tanzboden in Burgpreppach so auffällig, dass Berta Schäfer (83) vor 60 Jahren auf ihn aufmerksam wurde. Am Donnerstag feierte das Paar, das in Üschersdorf von Pfarrer Siedersleben getraut wurde, diamantene Hochzeit. "Damals hat's geschüttet", weiß das Paar am sonnigen Jubeltag noch ganz genau.

"Die Kapelle damals hieß Tiptop", erinnert sich Otto. Ein Motto, das auch für ihre Beziehung gilt: "Wir kommen gut miteinander zurecht, manchmal muss halt der eine oder andere ein bisschen zurückstecken", umschreibt Berta das Erfolgsrezept des Paares, das zwei Söhne in die Welt setzte, die mit ihren Familien in Ibind und Ebern leben. Sechs Enkel und fünf Urenkel erfreuen mittlerweile das Jubelpaar.

Während sich die Ehefrau um Familie, Haushalt und Garten kümmerte, arbeitete der gelernte Metzger, der in Hofheim beschäftigt war, nach Krieg und Gefangenschaft, von wo aus er am Pfingstsamstag 1945 zurückgekehrt war, beim Forstamt Königsberg, im Basaltwerk Bramberg, dann in Nürnberg in einem Kraftwerk und danach über 35 Jahren bei Kugelfischer in Ebern, wo er auch als Sicherheitsbeauftragter und Vertrauensmann tätig war.

Otto Korn gehörte dem Gemeinderat von Ibind an und hat den Musikverein Hohnhausen mitgegründet. "Ich war 20 Jahre lang auf den Tanzböden in der Gegend unterwegs. Aber das war nur ein Hobby. Für sieben Stunden lang spielen gab's damals zehn bis 15 Mark", erinnert sich Otto und zeigt auf eines der Fotos an der Wand, das inmitten der Kinder, Enkel und Urenkel hängt: "Das war damals unsere Kapelle."

Und dabei verweist er für Landrats-Stellvertreter Oskar Ebert und Bürgermeister Hermann Niediek auf seine aktuelle Beschäftigung: "Getüncht und gemalert habe ich die ganze Wohnung noch selbst." "Und mauern tut er auch noch", ergänzt die Schwiegertochter.

Und weil er seinen ganzen Werdegang akribisch aufgeschrieben hatte, ergänzte die Schwiegertochter noch. "Er schreibt sehr gerne." Und Otto bestätigt: "Ich hätte Schriftsteller werden sollen, ich habe den falschen Beruf gelernt."