Wie könnte die Vielfalt der Kunst dem Betrachter besser vor Augen geführt werden als von einer Anzahl unterschiedlicher Künstler? Die Idee der Galeristen Egon Stumpf und Eleonore Schmidts-Stumpf, in ihrer "Galerie im Saal" in Eschenau die Werke einer Gruppe verschiedener Kunstschaffender in einer "RundSchau" auszustellen, fiel auf fruchtbaren Boden. "Phantasie hoch acht" hat Egon Stumpf die erste gemeinsame Ausstellung einer achtköpfigen Künstlergruppe bezeichnet, die derzeit Einblicke in ihre Arbeiten und damit in verschiedene Aspekte, Materialien, Formen und Inhalte der Kunst gibt.

Techniken und Materialien

Acht Künstler, die mit den Galeristen seit Jahren befreundet sind und schon mehrfach in Eschenau oder im Schloss Oberschwappach Arbeiten gezeigt haben, bieten mit ihren Bildern, Gemälden, Plastiken und sonstigen Objekten eine "RundSchau" im wörtlichen wie übertragenen Sinn. "Denn sie zeigen, wie sie das Thema ‚rund‘ umgesetzt haben, aber auch welche Techniken und Materialien sie verwenden und welche Gedanken oder Motive sie leiten", teilte Eleonore Schmidts-Stumpf den Gästen der Vernissage am Samstag mit.

Helmut Droll aus Euerdorf, dessen Werke schon bei der allerersten Ausstellung in der "Galerie im Saal" vor 15 Jahren gezeigt wurden, präsentiert zwei Tuschezeichnungen aus dem Zyklus "Behausungen" und eine neuere freie Arbeit mit dem Titel "Quo Vadis". Damit öffnet er dem Betrachter neue, makro-artige und filigrane Perspektiven auf ein Wespennest, eine Schnecke und eine Schilflandschaft, in der man leicht den Weg "verlieren" kann.

Ernst J. Herlet aus Schweinfurt verarbeitet in seinen ausdrucksstarken Gemälden gerne Materialien, die er auf seinen Reisen sammelt, so dass sie eine Art "Reisebericht" darstellen. Außerdem faszinieren ihn die verschiedenen Kulturen und ihre Vielfalt, deren Erhalt sich die Menschheit gönnen sollte. Dabei sind seine Werke von asketischer Einfachheit. Sensibel angelegte Farbstimmungen und einige wenige große Formen helfen dem Betrachter, sich in das jeweilige Bild zu versenken.

Ein Stück Ewigkeit

Auch Herbert Holzheimer aus Langenleiten in der Rhön, der besonders vom Wandel der Natur, von der Vergänglichkeit des Lebens beeindruckt ist, verwendet Fundstücke für seine Bildhauerarbeiten. Für die "RundSchau" hat er Eichenwurzeln bearbeitet und sie mit weißer Farbe oder Rostpatina behandelt und ihnen ein Stück Ewigkeit verliehen.

Gerhard Nerowski aus Königsberg, der ebenfalls Fundstücke aus dem Alltag zum Thema seiner Bildhauerarbeiten macht, zeigt in Eschenau "Dinge, die man einfach achtlos wegwirft", wie er selbst mitteilte. Apfelbutzen, Bananen- und Orangenschalen oder Knöpfe, überdimensional groß und mit einer Portion Humor angefertigt, bekommen so einen ganz neuen Stellenwert.

Von Gerd Kanz aus Untermerzbach sind drei Bilder zu sehen. Bilder, die er mit dem Stechbeitel auf Holzplatten "gezeichnet" hat, die Sinnlichkeit ausstrahlen und eine ganz besondere Ästhetik aufweisen.

Jürgen Hochmuth aus Rimpar hat der Ausstellung neuere Zeichnungen aus seiner Serie "Schädelhaus oder der Atem des Gewölbes" beigesteuert, die die Form des Gewölbes zum Kreis schließen. "Der Kreis ist eine archaische Form, er ist die Form unserer Welt, aber auch die Form unseres Kopfes", so der Künstler.

Barbara Schaper-Oeser aus Würzburg liebt Kontraste in Form, Farbe und Aussage. Kreis und Quadrat als Metapher für Himmel und Erde sind ihre Grundformen. Pigmente, Rost, Asche, Bitumen und edelste Materialien wie Gold baut sie ein.

Für die "RundSchau" hat Werner Tögel aus Nürnberg mit den ästhetischen Möglichkeiten der Wellpappe spielerisch experimentiert. "Ich habe eine gewisse Ästhetik erzielt, dennoch bleibt die Wellpappe ein Industrieprodukt", sagt der Künstler.

Die Ausstellung "RundSchau" ist noch bis 25. Mai sonn- und feiertags von 11 bis 17 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung unter Ruf 09527/810501 zu sehen. Sonntags finden um 11 Uhr Führungen statt.