Dem erwartungsvollen Publikum bescherten die Musiker unter ihrem Dirigenten Rudi Bock mit einem bunten Programm aus Polkas, Walzern und Märschen einen unvergesslichen Blasmusikabend.

Seit Anfang letzten Jahres arbeitete Rudi Bock, früherer Leiter der "Egerländer Blasmusik" in Bad Kissingen, mit den Musikerinnen und Musikern vom "Böhmischen Fieber" und verwirklichte mit ihnen mehrere Projekte. In dieser Zeit legte er großen Wert auf die Dynamik, die Phrasierung und die Ausgestaltung der Melodiebögen, um das Klangbild zu verbessern.


Gute Balance



Doch die Zeit seines erfolgreichen Wirkens hat ihr Ende gefunden. Der "Böhmische Abend" am Ostersonntag war sein letzter Auftritt mit der exzellenten Kapelle. So dankten ihm die Musiker am Ende des begeisternden Konzerts und mit viel Applaus und einem Präsent für sein fruchtbares Wirken.

Doch zuvor bewiesen sie mit dem neuen Programm ihre Klasse, die sich in einem differenzierten Klangbild äußerte. Unter der Leitung von Rudi Bock verstanden sie es, eine gute Balance zwischen expressiven Momenten und unter die Haut gehenden, gefühlvollen Melodien zu schaffen.


Ausgewogen



Auch zwischen den einzelnen Registern herrschte ein ausgewogenes Zusammenspiel. Wenn beispielsweise die Tenorhörner als Melodieträger ihren warmen Klang verströmten, spielten alle anderen Musiker im piano; lediglich den Klarinetten waren ein paar aufmunternde Zwischentöne erlaubt. Das wunderbare Leuchten der Flügelhörner erhielt seine Strahlkraft durch den Klangteppich, den die anderen Instrumente auslegten.

Manchmal warfen sich auch die Tenorhörner und die Flügelhörner die Melodien gegenseitig zu wie im Veteranen-Marsch. Im Gesamtklang entfaltete sich ein sehr harmonisches Spiel, gestützt durch die rhythmische Begleitung des Schlagzeugs, der Bässe und der Posaunen.

Von der Schönheit der böhmischen Musik zeigten sich nicht nur die Musiker, die viele Stücke der Egerländer Musikanten und ihres Dirigenten Ernst Mosch darboten, sondern auch die Zuhörer besonders angetan. Denn ob sehnsuchtsvoll, lieblich, forsch oder fröhlich, die Melodien und Rhythmen gehen sofort ins Blut und ins Herz.


"Wir lieben die Musik"



Dafür waren die Gäste teils von weit her gereist; sie kamen nicht nur aus dem Landkreis Haßberge, sondern auch aus Unterspiesheim, Trosdorf, Herbststadt oder Bad Staffelstein und sogar aus Belgien. Ihnen allen gemeinsam ist die Liebe zur böhmisch-mährischen Musik. So wie es Heinz und Rita Buhlheller aus Hainert ausdrückten: "Wir lieben diese Musik und das Böhmische Fieber." Heinz Buhlheller, der in der Blaskapelle Hainert das Flügelhorn bläst, weiß, wie viele Proben notwendig sind, um so hervorragend spielen zu können wie das Böhmische Fieber.


"Was wir gerne hören"



"Die Musiker spielen einwandfrei. Genau das, was wir so gerne hören", betonte er. Das neu erarbeitete Programm bot viele Facetten der böhmischen, aber auch der mährischen Blasmusik bekannter Komponisten, aber auch von Christian Rätscher-Minth, dem Baritonisten des "Böhmischen Fiebers", und von Stefan Frank, dem Trompeter der Stettfelder Blasmusik. Als Solisten glänzten Michael Philipp (Flügelhorn) und Stefan Heidenreich (Tenorhorn) mit der Max- und Moritz-Polka sowie Armin Katzenberger (Schlagzeug) mit dem "Lieblingstrommler".

Immer wieder gab es Bravo-Rufe für die Solisten, für besonders schöne Stücke und für das Gesangsduo Sonja Vollmuth und Michael Selig. Nach dem dreistündigen Ausflug in die schöne böhmische und mährische Musik bedankte sich das "Böhmische Fieber" noch mit zwei Zugaben bei seinem hochzufriedenen Publikum, das beim nächsten mal sicher wieder kommt.