Das war passiert: Anfang des Jahres wurden bei einem 28-jährigen Mann bei einer Hausdurchsuchung 0,2 Gramm Amphe tamin, auch unter dem Begriff Speed bekannt, gefunden. Das brachte ihm am Freitag eine saftige Geldstrafe vor dem Amtsgericht Haßfurt ein.

Er beteuerte zwar vor dem Amtsgericht, dass die Droge gar nicht ihm, sondern seiner damaligen Freundin gehört hätte. Aber Staatsanwalt Marc Heusinger konterte: "Darauf kommt es gar nicht an." Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt.

Was für viele Bürger dasselbe ist, ist für den Juristen ein himmelweiter Unterschied: Besitz und Eigentum. Wer etwa ein Leihauto fährt, ist zwar der Besitzer, aber nicht der Eigentümer - er darf es zwar benutzen, aber es gehört ihm nicht. Und bei Rauschgift wird bereits derjenige bestraft, der das Zeug bei sich hat oder darüber verfügt, egal, ob es ihm oder jemand anderem gehört. Und dass er von dem Drogenpäckchen in seinem Kühlschrank gewusst habe, bestritt der aus dem nördlichen Landkreis stammende Mann auch nicht.

Seine eigene Drogenkarriere begann bereits in den Jugendjahren. Als Teenager begnügte er sich noch mit Haschisch und Marihuana. Wenige Jahre später stieg er auf härtere Drogen wie Speed um. Das brachte ihn zwangsläufig immer wieder in Konflikt mit dem Gesetz. Und so "zieren" sein Strafenregister bereits zwölf Einträge, vier davon sind Verurteilungen wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zwei Monate lang, von März bis Mai dieses Jahres, hat er sogar eine Haftstrafe verbüßt.

Jetzt aber, beteuerte der zwischenzeitlich im Landkreis Schweinfurt lebende Mann, habe er endlich den Absprung geschafft und die Kurve gekriegt. Seit vier Wochen habe er einen festen Job, verdiene ehrliches Geld und habe den Kontakt zu seinem ehemaligen Freundeskreis vollständig abgebrochen. Er bat den Richter, von einer Haftstrafe abzusehen, weil er dadurch seine gute Arbeit verlieren würde.

Der Vertreter der Anklage aber blieb skeptisch. Er hielt dem Angeklagten dessen zahlreiche Vorstrafen vor und schlussfolgerte aus der eben verbüßten Haftstrafe: "Sie standen unter Bewährung und haben nichts draus gelernt." In seinem Plädoyer beantragte er eine zweimonatige Freiheitsstrafe - ohne Bewährung.

Richter Roland Wiltschka beließ es bei der Geldstrafe. Vielleicht, so hoffte der Vorsitzende, habe der Aufenthalt im Knast den bislang immer wieder Straffälligen zur Besinnung gebracht. Immerhin sieht er ihn aufgrund seiner geregelten Arbeit nun auf einem guten Weg.