"Es ist schön, dass es hier einen solchen Kreis gibt, nehmen wir damit doch die Weltkirche in unsere Gemeinde herein." Mit diesen Worten leitete am Sonntag Pfarrer Richard Brütting den Festtag zum 25-jährigen Bestehen des Kolumbienkreises Pfarrweisach ein. Über den verschiedenen Veranstaltungen während des Tages stand das Motto "Komm, bau ein Haus", denn darum geht es den Mitarbeitern des Kreises: Den Ärmsten der Armen in Kolumbien ein vernünftiges Dach über dem Kopf und eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen.
Landrat Wilhelm Schneider (CSU) , der die Aktivitäten des Kolumbienkreises seit vielen Jahren interessiert und unterstützend begleitet, würdigte den Kreis, seine Sprecherin Walburga Albert und alle Helfer für das "tolle Engagement". Sie stimmten dem Spruch "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es" nicht nur kopfnickend zu, sondern handelten auch danach. "Euer Engagement macht Mut und die Welt zumindest an einem Ort etwas besser" lobte er die vorbildlichen Projekte und Veranstaltungen des Teams um Walburga Albert. Diese seien immer etwas Besonderes, sie seien interkulturell und man spüre, dass allen ihre Arbeit eine Herzensangelegenheit sei. So setzten sie ein wichtiges Zeichen der Nächstenliebe und Solidarität.
Schneider sprach damit an, dass der Kolumbienkreis Spendengelder sammle für die Stiftung "Weg der Hoffnung". In den von dieser Stiftung unterhaltenen Einrichtungen würden an den Rand gedrängte Menschen, deren Zukunft durch Bürgerkrieg, Vertreibung oder soziale Ungerechtigkeit aussichtslos und oftmals menschenunwürdig geworden ist, neue Perspektiven eröffnet.

Mit dem Herzen dabei

Für viele sei, so der Landrat weiter, Kolumbien und seine Probleme weit weg. Umso froher sei er, dass es bei uns im Landkreis Menschen gibt, die sich nicht bequem zurücklehnten, sondern "ihren Blick genau dorthin richteten, wo Unrecht geschieht und die Not groß ist." Beim Kolumbienkreis spüre er, dass die Mitarbeiterinnen mit hohem ehrenamtlichem Engagement hinter den gemeinsamen Zielen stünden. Erfreulich werte er auch die Tatsache, dass mit den Spenden keine aufgeblähte Bürokratie finanziert werde, sondern das Geld zu hundert Prozent in den Projekten ankomme.
Landrat Schneider meinte, dass das Wirkend es Kreises "auch bei uns die Einsicht geschaffen hat, Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, aufzunehmen und zu integrieren".
An Walburga Albert überreichte er eine Dankesurkunde für die geleistete Arbeit und ein Geldpräsent für die große Unterstützungsaufgabe in Kolumbien.
Auch Bürgermeister Ralf Nowak zeigte sich beeindruckt von der jahrelangen Verbindung zwischen Pfarrweisach und Villavicencio in Kolumbien. Das Engagement des Kolumbienkreises erfahre über die Gemeinde hinaus beachtliche Anerkennung. "Bei uns in der Provinz wird sehr gute Arbeit geleistet."
Walburga Albert, die seit Bestehen des Kolumbienkreises sieht im 25-jährigen Bestehen "nicht zuerst einen Anlass zum Jubeln als vielmehr einen zum Blick auf die Schieflage in der Welt." Pfarrer Otter habe als Kaplan in Pfarrweisach und später, als er in und für Kolumbien wirkte, Begeisterungsfähigkeit dahingehend ausgestrahlt, sich einzusetzen für Menschen, die Hilfe brauchen. In einem knappen Rückblick grüßte sie die Gründungsmitglieder Antonie Stöhr, Elvira Jakob und Eusebia Barth. In Dankesworten für alle, die sich so engagiert für die fortwährende Arbeit einsetzten, nannte sie besonders Kassenverwalterin Monika Schellenberger. Sie setze zuverlässig um, dass wirklich jeder Spenden-Euro da ankomme, wofür er gespendet werde.
Stiftungsvorstand Wolfgang Hock zeigte mit einem kurzen, sehr berührenden Film von seinem letzten Besuch in den Einrichtungen der Stiftung in Kolumbien auf, wie dort Menschen Hilfe zum Leben erfahren, ob in einer Krankenstation, in Behinderteneinrichtungen, in Kinder- und Jugendheimen oder in Hilfsprojekten für Frauen.
Kinder aus der Grundschule Pfarrweisach gestalteten zusammen mit ihrer Religionslehrerin Sieglinde Krebs den Festakt zum Jubiläum mit Liedern aus. Sie sprachen aus, was der Kolumbienkreis auf seiner Fahnen stehen hat: Mit einander und für einander in einer Welt leben. Wie schon in dem thematisch gestalteten Gottesdienst zuvor in der Pfarrkirche trug der kolumbianische Liedermacher, Gitarrist und Sänger Henry Canon einige seiner Lieder vor. Er schlug eine sichtbare und hörbare Brücke in das Land Kolumbien, das im Zentrum des Festtages stand.

Projekte für Kinder

Am Nachmittag konnten sich die Kinder in verschiedenen Projekten beschäftigen, beim Basteln, Malen, in einem Musik- und Bewegungs-Workshop von Henry Canon oder beim Kolumbienquiz. Die Ministranten verwiesen mit einer Schuhputz-Aktion und mit einem Türöffnerdienst auf die schwierige Beschäftigungssituation in Ländern wie Kolumbien. Zum Abschluss spielte die Blaskapelle Pfarrweisach noch einmal im Pfarrsaal auf.