Sie erwarteten die Rede von Albin Dannhäuser, Ehrenpräsident des BLLV, mit Spannung. Vor dem offiziellen Teil waren für die Besucher Führungen in Unfinden, auf dem Schloßberg und in der Altstadt von Königsberg organisiert, ein gemeinsamer Kaffeetisch und musikalische Unterhaltung durch einLehrertrio. Sigbert Mantel aus Ebelsbach ist für die Pensionistenbetreuung im BLLV für Unterfranken zuständig und hatte sich um die Vorbereitung des Treffens gekümmert.

Resonanz freut den Organisator

Mantel freute sich nicht nur über die Resonanz der vielen Pensionisten, sondern auch über das Zusammentreffen mit seinem ehemaligen Mitschüler Albin Dannhäuser. In Mantels Worten wurde auch deutlich, dass die Pensionistenbetreuung beim Lehrerverein (Slogan "60 und mehr....") hohen Rang einnimmt, denn man wiill die Zugehörigkeit der in den Ruhestand getretenen Mitglieder zu dem vor 150 Jahren gegründeten Lehrerverein aufrecht erhalten.

Albin Dannhäuser meinte: "Wir alle dürfen zu Recht stolz sein auf unseren Beruf, auf unseren jahrzehntelangen Dienst an jungen Menschen, an Staat und Gesellschaft. Wir legen in unseren Schulen das Fundament für die soziale, wirtschaftliche und humane Verfassung und Zukunft unserer Gesellschaft."

Motor des bildungspolitischen Fortschritts

Dabei sei der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnen-Verband (BLLV) Motor des bildungs- und berufspolitischen Fortschritts. Der Verband half mit, die Lern- und Arbeitsbedingungen der Lehrer zu verbessern und die Klassenstärken zu verringern. So gab es etwa durchschnittlich 37 Schüler im Jahr 1970; heute sind es durchschnittlich 25. Der Verband setzte sich auch ein für die moderne Ausstattung der Schulen, die Landschulreform, ein differenziertes Sonderschulwesen und angemessene Bildungszeiten.

Ferner erinnerte Dannhäuser, dass die Lehrer 1919 durch den Einfluss des BLLV Staatsbeamte wurden. Damit endete die fachfremde Schulaufsicht und Bevormundung durch Geistliche. Vielmehr entstand eine Fachaufsicht. Was tat der BLLV noch? Er schaffte es, dass die Lehrerbildung 1970 in die Universitäten integriert wurde und er stand hinter der Beschäftigungspolitik, mittels derer "Warteliste" und "mobile Lehrerreserve" eine Massenarbeitslosigkeit junger Lehrer verhinderten. Dannhäuser streifte auch die Entwicklung der Besoldung.

Es gibt noch viel zu tun

In seinem Ausblick sprach Dannhäuser eine Fülle ausstehender Aufgaben an: Wichtig ist ihm zufolge die individuelle Förderung von Schülern, mehr Sozialarbeit, Anerkennung und Entlastung in Führungsfunktionen sowie die Verbesserung bei der Zuteilung von Verwaltungsangestellten und die grundsätzlichen Gleichwertigkeit aller Lehrämter und Führungsfunktionen.

Laut Dannhäuser sind die künftigen zentralen Herausforderungen, bedingt durch den demografischen Wandel, rückläufige Schülerzahlen und die Alterspyramide. Weniger Junge stehen vor den Herausforderungen. Dazu kommen verstärkte Zuwanderung (Bildung und Integration von Kindern mit sehr unterschiedlichen Ethnien, Kulturen und Religionen) sowie ein großer technischer Umbruch durch die totale Vernetzung und Digitalisierung der Gesellschaft.

Unbequem, aber sehr wichtig

Albin Dannhäuser fasste die Stärke des BLLV zusammen: " Bisweilen sind wir unbequem. Für manche sogar ein Ärgernis. Aber wir lassen uns nicht beirren. Wir treten konsequent ein für die best mögliche Bildung und Erziehung aller jungen Menschen. Wir treten ein für die Professionalisierung und Anerkennung aller Lehrämter und Erzieher. Wir treten ein für bestmögliche Bildungsbedingungen in allen Regionen des Landes".

Sigbert Mantel dankte dem Redner und wies noch auf die 150-Jahr-Feier des ULLV im Jahr 2014 hin, die für alle Kreisverbände am 27. September 2014 in Würzburg stattfindet.