Fürth
Absperrung

Mehrere OPs nötig: Achtjähriger erleidet bleibende Schäden durch Kette - Stadt Fürth verurteilt

Ein achtjähriger hatte sich im Oktober 2016 verletzt, als er gegen eine Kette in Fürth gerannt war. Die Verletzungen zogen bleibende Schäden nach sich. Das Landgericht verurteilte die Stadt heute, diese ging in Berufung.
Weil sich ein Kind (8) bleibende Verletzungen zuzog, steht die Stadt Fürth vor Gericht. Symbolfoto: Free-Photos/pixabay.com

Die Stadt Fürth hat nach Auffassung des Landgerichts Nürnberg-Fürth ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt, weil sie eine Absperrkette am Straßenrand nicht ausreichend gut sichtbar gemacht hat. Ein damals Achtjähriger war im Oktober 2016 beim Versuch, die Straße zu überqueren gegen die Kette gelaufen und hatte sich Verletzungen mit bleibenden Schäden, unter anderem am Ohr zugezogen. Das berichtet die dpa.

Fürth: Junge musste mehrfach operiert werden - Gericht erklärt Mitschuld

Den Jungen, der mehrmals operiert werden musste, treffe eine Mitschuld von 50 Prozent, weil er gerannt sei und somit sein eigenes Risiko erhöht habe, entschied das Gericht. Die Stadt ging in Berufung, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Junge übersieht Absperrkette - und stürzt schwer

Der Junge hatte zu seinem Vater auf der gegenüberliegenden Straßenseite laufen wollen, dabei die Absperrkette übersehen und war gestürzt. Die Kette hob sich farblich nicht vom Fahrbahnbelag ab. Nach Ansicht des Gerichts war sie bei Dunkelheit kaum zu erkennen.

Argumentation der Stadt: Vater hätte Kind an die Hand nehmen müssen

Die Stadt hatte argumentiert, die Kette sei durch das Licht der Straßenlaternen ausreichend gut zu erkennen gewesen. Außerdem hätte der Vater das Kind an die Hand nehmen müssen. Dem widersprach das Gericht. Die Stadt hätte etwa eine rot-weiß markierte Kette zur besseren Sichtbarkeit spannen können. Achtjährige müssten auch nicht mehr an der Hand geführt werden, sondern schrittweise zur Selbstständigkeit erzogen werden.

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