Was haben der Gartenbau in der Bamberger Innenstadt, die Dörrobstherstellung im Steigerwald und die Fürther Michaeliskirchweih gemeinsam? Sie prägen das gesellschaftliche Zusammenleben, leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und vermitteln Kontinuität und Identität. Deshalb werden sie von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe gelistet. In Franken gibt es eine ganze Reihe an Traditionen, die in dem Verzeichnis aufgenommen wurden.


Tanz, Theater, Musik, Bräuche, Feste oder Handwerkskünste können auf die Liste aufgenommen werden. Die Traditionen müssen lebendig sein und von menschlichem Wissen und Können getragen werden. Weltweit gibt es über 450 Einträge auf der Liste, 70 sind es im deutschen Verzeichnis.

 

 


Wie die Hutzel zum Immateriellen Kulturerbe wurde

Die Hutzel - auf Hochdeutsch die Dörrbirne - hat in Fatschenbrunn eine lange Tradition. Dort gibt es nämlich besonders viele, teils extrem seltene Birnensorten. Fast in jedem Haushalt in Fatschenbrunn wurde früher eine Obst-Darre betrieben. Deshalb sammelte das Büro für Heimatkunde vor Ort Argumentationshilfen für eine Bewerbung zum Immateriellen Kulturerbe. Um auch die Lebendigkeit der Tradition zu zu belegen, wurden bei einem "Erzählcafé" Anekdoten rund um die "Hutzel" gesammelt.Mit Erfolg.

 

 

 


Bamberger Gärtner sind Immaterielles Kulturerbe

Auch der Bamberger Erwerbsgartenbau in der Innenstadt zählt zum Immateriellen Kulturerbe. Gemüse und Süßholz werden hier traditionell mitten in der Stadt angebaut und in Hofläden und auf dem Markt verkauft. Auch die eigenen Bezeichnungen für Gemüsesorten und Werkzeuge im Bamberger Dialekt waren ein Grund für die Aufnahme im Kulturerbe-Verzeichnis.

Das Expertengremium, das über die Liste das Immaterielle Kulturerbe entscheidet, war auch beeindruckt von den vielfältigen sozialen, religiösen und korporativen Traditionen. Dazu zählen neben der Sprache zum Beispiel auch die Wohnformen und die Kleidung der Gärtner.

 

 


Diese Bräuche aus Franken zählen zum Immateriellen Kulturerbe

 

 


  • Bäuerliche Gemeinschaftswälder im Steigerwald
  • Festspiel Dinkelsbühler Kinderzeche
  • Festspiel Rothenburger Meistertrunk
  • Flechthandwerk
  • Friedensfeste von Sennfeld und Gochsheim
  • Fürther Michaeliskirchweih
  • Innerstädtischer Erwerbsgartenbau in Bamberg
  • Limmersdorfer Lindenkerwa
  • Nürnberger Epitaphienkultur
  • Nürnberger Naturhistorische Gesellschaft
  • Osingverlosung
  • Traditionelle Dörrobstherstellung und Baumfelderwirtschaft im Steigerwald
  • Wunsiedler Brunnenfest