Zehn Jahre - das ist in der digitalen Ära schon beinahe ein ganzes Zeitalter. So lange gibt es inFranken.de schon und ich darf das Portal seit nunmehr sechs Jahren begleiten und mitgestalten. Als ich im August 2012 anfing, war die Onlinewelt eine andere. Der Satz klingt abgedroschen, trifft aber kaum einmal so zu wie an dieser Stelle. Klar: An den journalistischen Prinzipien hat sich nichts geändert seither - die gelten für alle, unabhängig vom Medium. Auch der Anspruch, so aktuell wie möglich zu informieren, ist heute kein anderer.

Mehr Kanäle fordern heraus

Was sich gewandelt hat, sind sowohl die Möglichkeiten als auch die Herausforderungen. In den Anfangszeiten von inFranken.de, aber auch noch, als meine Zeit hier begann, bedeutete Internet meistens, sich vor einen Computer zu setzen und einen Browser zu öffnen. Smartphones waren zwar nach dem ersten iPhone 2007 schon ein Trend, aber noch kein Standard. Heute sieht das anders aus: Im Jahr 2018 scheint selbst der Slogan "Mobile first" veraltet. Mobil ist der neue Standard.

Nachrichten in der Hosentasche

Das drückt sich natürlich im Verhalten der Nutzer auf inFranken.de aus: Während wir sozusagen die Uhren danach stellen konnten, wann Mittagspause in fränkischen Betrieben ist, haben die Menschen heute ihre Nachrichtenseite immer in der Hosentasche dabei. Die Art und Weise, wie Nachrichten und nützliche Informationen die Menschen erreicht, hat sich ebenfalls geändert: Menschen besuchen nicht mehr einfach nur eine Webseite, sondern wollen auf verschiedenen Wegen dort angesprochen werden, wo sie sich bewegen.

Und das sind eben Apps wie Facebook, Whatsappund seit 2015 zum Beispiel auch die eigene News-App von inFranken.de. Wie wir mit den Menschen über diese Kanäle kommunizieren, stellt uns immer wieder vor spannende Fragen: Wann wollen die Nutzer welche Inhalte mit welcher Ansprache auf welchem Kanal bekommen? Unser Anspruch ist es, auf Augenhöhe mit den Nutzern zu kommunizieren und Kommunikation geht immer in zwei Richtungen.

Das ist in vielen Fällen inspirierend, heiter, lehrreich, aber auch hier hat sich einiges geändert: Nicht nur die Menge der Reaktionen ist größer geworden - wir erreichen rund fünfmal so viele Menschen wie noch in meiner Anfangszeit bei inFranken.de.

Ton ist rauer geworden

Auch der Ton hat sich geändert. Unter den etwa 2000 Kommentaren, die uns tagtäglich bei Facebook erreichen, sind deutlich mehr Hassbotschaften als noch vor wenigen Jahren. Rassismus und Gewaltandrohungen sind offenbar normaler geworden sind - sie haben die gesellschaftliche Mitte erreicht. Das zeigt, dass unsere Arbeit wichtig ist wie eh und je, aber noch etwas verantwortungsvoller geworden ist: Wie ordnen wir Geschehnisse und Umstände ein, ohne von oben herab zu erklären? Wie bewahren wir Haltung, ohne angesichts von Vorwürfen wie "Lügenpresse" oder "Fake News" in die Defensive zu geraten?

Neben den technischen Entwicklungen stellen uns diese Veränderungen in Ton und Umgang zwar vor große Herausforderungen, aber das hält uns nicht davon ab, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen: Auch in den kommenden Jahren wollen wir Menschen aus Franken und solche, die sich für die Region interessieren, schnell und zuverlässig informieren - und zwar so, dass man dabei auch noch Spaß hat.

Weg wandelt sich stetig

Dass der Weg auch nach einem Äon noch nicht ausgetreten ist, sondern sich ständig wandelt, sollte uns nicht mehr überraschen - vor fünf Jahren hätten wir kaum daran gedacht, was heute schon Standard ist. Es ist kaum anzunehmen, dass dies in fünf Jahren anders sein wird. Wir wissen nicht, welche Kanäle, welche Geräte und welche Inhalte im Jahr 2023 für unsere Nutzer relevant sein werden und den Alltag bestimmen, aber wir wissen: Wir werden da sein und Nachrichten sowie nützliche Informationen anbieten. Aus Franken. Für Franken.