Es zwickt im Kindergarten Carl Zeitler an allen Ecken und Enden: für 50 Kinder ist er ausgelegt, mit 52 belegt - bei zunehmender Nachfrage. "Wir haben Platzprobleme. Nicht nur für die Kinder sondern auch für Elterngespräche und die Logistik fehlt es an Räumlichkeiten" bestätigt Kindergartenleiterin Barbara Heindel.
Mit Blick auf den großen Bedarf an Krippenplätzen hatte sich der Stadtrat im März zum Handeln entschlossen. Erweiterung des bestehenden Gebäudes oder ein Neubau war nun die Frage für das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Glauber und Rosbigalle. Wegen der bestehenden Mängel und Unzulänglichkeiten des vor 21 Jahren errichteten Hauses ist es aus Sicht des Architekten Volker Rosbigalle und des Hochbauamtes eher unwirtschaftlich am bestehenden Gebäude festzuhalten. "Die doch minderwertige Gebäudekonstruktion zwingt zu erheblichen Maßnahmen und lässt dennoch nicht alle gewünschten Änderungen zu", heißt es in dem Untersuchungsbericht, der im Planungsausschuss diskutiert wurde. Daher wird empfohlen, aus Kostengründen den bestehenden Kindergarten nicht zu erweitern sondern ein neues Gebäude für zwei Krippengruppen zu planen, die derzeit realisiert werden könnten - mit einer späteren optionalen Erweiterungsmöglichkeit um zusätzliche zwei Kindergartengruppen. Die grob geschätzten Kosten belaufen sich auf 1,3 Millionen Euro. abzüglich der Förderung ergebe sich für die Stadt Forchheim ein Eigenanteil von rund 728 000 Euro. Mit der Fertigstellung könne 2020 gerechnet werden.


Schnelle Lösung gefordert

"Nichts gegen einen Neubau - der Kindergarten braucht aber jetzt eine Lösung, nicht erst in zwei Jahren", befand FBF-Stadtrat Manfred Mauser. Dabei wurde er von Udo Schönfelder (CSU) unterstützt, der zudem die hohen Kosten monierte. Es gebe günstigere Fertigbaulösungen. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) hingegen vertrat die Ansicht, dass Sofortmaßnahmen keine Perspektiven für die Zukunft böten. Und auch Hochbauamtsleiterin Sigrun Wagner verwies darauf, dass Containerlösungen - wegen der europaweiten Ausschreibungen - nicht schneller zu realisieren seien. Im Endeffekt spare man weder Geld noch Zeit. "Wer billig baut, baut teuer", stellte Reinhold Otzelberger (SPD) fest. "Die schnelle Lösung gibt es nicht", erklärte Sebastian Körber (FDP). Manfred Hümmer (FW) teilte den Verwaltungsvorschlag "voll und ganz", der dann auch mehrheitlich, gegen die Stimmen von Manfred Mauser, Udo Schönfelder und Holger Lehnard (CSU), angenommen wurde.