Die Fraktions-Chefs von SPD und ÖWG verlangten bei der jüngsten Stadtratssitzung eine Kostenaufstellung samt interner Verrechnungen über den Aufwand der Stadt für die BR-Radltour. Sie soll dem Rat in der Septembersitzung vorgelegt werden. Im Gespräch sind derzeit Kosten von über 60 000 Euro.
Baierdorf rüstet sich für die Radltour
Bürgermeister Andreas Galster (CSU) legte dem Rechnungsprüfungsausschuss nahe, das Kostenpaket nachzuprüfen. Im Februar hatte der BR angefragt. Das hatte Galster mit den Fraktionssprechern besprochen. Sie signalisierten Zustimmung. "Doch nicht zu allen Bedingungen", wie es Ursula Kirchner-Petzel (SPD) formulierte.


Bubenreuth hat abgelehnt

Bubenreuth solle ebenfalls vom BR angefragt worden sein, und aus Kostengründen abgelehnt haben. Der Vorwurf: Galster habe sich nicht bei anderen früheren Etappenorten der Radltour nach den Kosten für die jeweilige Kommune erkundigt. Einer der größten Posten ist die Schotterung für die Parkplätze beim Angersee. Wenn er nach dem Fest wieder entfernt würde, so Galster, hätte dies 10 000 Euro mehr gekostet. Die Parkflächen könnten ja von Badegästen am Angersee genutzt werden.

Karl-Heinz Roll (ÖWG) warf Galster vor, er habe dies nur beiläufig im Stadtrat erwähnt und damit rechtswidrig gehandelt. "Sie haben die Gemeindeordnung nicht eingehalten. Der Stadtrat ist nur eine Staffage für Sie", zürnte Roll.


Kosten seien doppelt so hoch

Matthias Götz (SPD) stört nicht nur dieses Vorgehen, sondern, dass die Stadt 1000 Euro für die VIP-Lounge beim Konzert beitragen soll, deren Ausrichter ein bayerischer Unternehmerverband ist.
Galster ist sich keiner Schuld bewusst. Er habe die Beschlüsse auf einen Ratsbeschluss hin in den Ausschüssen treffen lassen. "Wollen Sie denn nichts Schönes für Baiersdorf?", fragte er.

Angelika Lösel (FW) hielt die Kosten von Anfang an für zu hoch. Jetzt sind sie ihrer Meinung nach aufs Doppelte geklettert; beispielsweise durch die Duschcontainer an den Schulen oder die Unterkünfte der Tourteilnehmer. Inklusive der Duschcontainer erreichen sie die Größenordnung von 20 000 Euro.
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Außerdem vereidigte Galster in der Ratssitzung Helga Roß als neues Stadtratsmitglied. Sie ist die Nachfolgerin auf der Liste der Freien Wähler und ist Mitglied im Bauausschuss. Auch Jürgen Ries (SPD) will sein Mandat niederlegen. Für ihn wird Alexandra Kätscher nachrücken. In den Seniorenbeirat berief der Stadtrat Hanna-Marion Fina und Gisela Lawaczek. Christian Bühl wurde als Kommandant der Baiersdorfer Feuerwehr bestätigt.


Container des Kindergartens

Der Stadtrat beschloss einen Nachtragshaushalt. Er wurde notwendig, weil Baiersdorf ab September eine zusätzliche Kindergartengruppe - als Provisorium in einem Container - betreibt. Somit sind die Mehrkosten von rund 450  000 Euro aufgefangen.

Gegen vier Stimmen änderte der Stadtrat den Flächennutzungsplan im Bereich des Gewerbegebietes Münchswiesen. Johannes Mörixbauer (SPD) formulierte die Bedenken der Gegenstimmen: Das junge Gewerbegebiet könnte die Hydraulik des Baiersdorfer Abwassernetzes über die Maßen belasten, wie dies Bürger aus Straßenzügen mit Überschwemmungen in diesem Jahr zeigten. Galster erläuterte dazu, dass das Mischwasser aus den östlichen Stadtteilen in einem großen Stauraumkanal abgefangen werde.