Die Stadtverwaltung ist eine Baustelle. Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) ist dabei, die Referate neu zu organisieren. Bereits im Juli, als der Wirtschaftsförderer Viktor Naumann nach Forchheim kam, hatte Stumpf damit begonnen, als er dem Stadtplaner Alexander Dworschak die Leitung der städtischen Wohnungsbaugenossenschaft (GWS) übertrug.

Nun ist Viktor Naumann selbst eine zentrale Figur der Umstrukturierung geworden. Er soll künftig das von Stumpf neu geschaffene Referat 3 lenken. Das heißt, bei Naumann laufen Wirtschaftsförderung, Liegenschaftsverwaltung und Citymanagement zusammen. "Damit gehen wir weg von der Eingriffsverwaltung und stärken die Stadt als Dienstleistungsunternehmen", sagt Franz Stumpf. Auf diese Lösung sei er "wirklich stolz". Es gehe nicht darum Personal zu sparen, sagte Stumpf am Dienstag ausdrücklich.

Denn Heinz Schwab, Naumanns Vorgänger als Wirtschaftsförderer, sei ja bei der Wohnungsbaugenossenschaft GWS angesiedelt gewesen; also außerhalb der Verwaltung, erinnert Stumpf: "Dadurch hatte Schwab mehr Freiheiten, weil er nicht jede Dienstfahrt oder ähnliches beamtenrechtlich genehmigen musste."

Freiheiten für Naumann


Naumann wird nun im Rathaus sitzen. "Gleichzeitig sichere ich ihm als Wirtschaftsförderer die selben Freiheiten zu, die Schwab hatte", betont Franz Stumpf. Besondere Effektivität verspricht sich der Oberbürgermeister davon, dass Naumann Citymanagement und Liegenschaft unter sich haben wird.

Bislang sei das immer ein Konflikt gewesen: Um Leute nach Forchheim zu bringen, sollten günstige Grundstücke angeboten werden. Gleichzeitig wollte das Liegenschaftsamt die Grundstücke teuer verkaufen. Von diesem Interessenkonflikt sei er, Stumpf, nun befreit: "Viktor Naumann bringt diese beiden Themen zusammen."


Mehr Details werden jetzt geplant



Wie? Das wusste Viktor Naumann am Dienstag noch nicht. Er sei von der neuen Entwicklung "etwas überrascht worden". Vieles, sagt er, sei "noch ungeklärt". Etwa habe der Oberbürgermeister GWS-Mitarbeiterin Birgit Müller als Pressesprecherin im Auge, "aber de facto hat Müller noch nicht unterschrieben."

In wenigen Tagen möchte Naumann eine Presseerklärung darüber abgeben, wie er sich seine Arbeit im Detail vorstellt: "Wir sind gerade dabei, ein Konstrukt fertig zu machen, damit das neue Referat funktioniert." In jedem Falle halte er die neuen Aufgaben für "machbar, weil die Leute, die mir zuarbeiten sehr sehr gut sind."

Gemessen daran scheint ihm die etwas abrupte Vorgehensweise des Oberbürgermeisters wenig zu stören. Die Stadt Forchheim, sagt Viktor Naumann zu der überraschenden Entscheidung, "hat eben eigene Strukturen, an die man sich noch gewöhnen muss."