Die Frist, genügend Unterstützerunterschriften zu sammeln, um als Bürgermeisterkandidat offiziell auf dem Wahlschein zu erscheinen, ist um. Der Weißenoher Michael Neubert ist zwar offiziell als Bürgermeisterkandidat für die Liste "Schönes Lillachtal" nominiert, erreichte aber die benötigten 50 Unterschriften nicht. Trotzdem haben die Bürger die Möglichkeit, ihn als Bürgermeister zu wählen. Sie müssen nun bei der geheimen Wahl Michael Neuberts Namen selbst auf die leere Zeile schreiben.

Einfach nur selbst ein Kreuz zu setzen, wäre zwar einfacher, doch Michael Neubert lässt sich in seinem Bemühen nicht irritieren. Ob er sich mehr als die sechs Unterschriften für ihn als Bürgermeisterkandidat und fünf Unterschriften für die Gemeinderatskandidaten erhofft hat? "Hoffen ist etwas, wenn man sichergehen möchte, dass man enttäuscht wird", sagt Neubert. Die Gründe für die geringe Unterstützung kennt er nicht, sieht diese aber breit gefächert: Zum einen sei es wohl schon Jahrzehnte her, dass für eine neue Liste Unterstützerunterschriften gegeben werden mussten. Als die Grünen neu in der Kommune antraten, seien Unterstützerunterschriften nicht notwendig gewesen, da die Partei bundesweit schon kandidiert hatte. Zudem, so vermutet Neubert, glaubten einige Bürger, es sei noch ausreichend Zeit, denn die Wahl finde ja erst in sechs Wochen statt.

Allerdings gilt das nicht für die Unterstützerunterschriften: Der zeitliche Rahmen dafür war bis 3. Februar begrenzt.

Junge Kandidaten traten zurück

Zwei junge Männer, Nico Griechenbaum und Andreas Habermann, hatten sich zunächst für Neuberts Liste "Schönes Lillachtal" als Gemeinderatskandidaten aufstellen lassen, sind inzwischen jedoch von ihrer Kandidatur zurückgetreten.

Der Grund, warum so wenig Leute mit ihrer Unterschrift Neubert als Kandidat unterstützen, ist unbekannt. Allerdings: "Es haben viele Leute bei mir angerufen. Es waren positive Gespräche", erklärt Neubert, dass die Bürger durchaus Veränderungen in Weißenohe wollten. Angefangen bei einem chlorfreien Trinkwasser. Manche Bürger allerdings möchten im Moment keine Veränderung.

"Was jetzt beschlossen wurde, kommt erst in den nächsten Jahren zur Auswirkung", erklärt Neubert. Und es gibt immer auch Bürger, die sich wenig für die Kommunalwahl interessieren, vermutet der Weißenoher Bürgermeisterkandidat einen weiteren Grund für die fehlenden Unterschriften.

Wenn er mit seiner Kandidatur dazu beitrage, dass sich Missstände ändern und es transparenter werde, dann habe er viel erreicht. Das seien auch seine Ziele. Davon entmutigen lassen wird er sich nicht.

Ansporn für guten Wahlkampf

"Man muss es hinnehmen, wie es ist", sagt Neubert, den das Ergebnis noch mehr anspornt, guten Wahlkampf zu leisten und aufzuklären.

Immerhin besteht die Möglichkeit, seinen Namen auf die Liste zu schreiben. Ohne dass die Bevölkerung weiß, wer ihn so als Bürgermeister wählen möchte. Letztlich sagt Neubert: "Der Wähler muss entscheiden. Ich bin nur das Angebot."