Der vor 46 Jahren gegründete Wildpark Hundshaupten, der 1991 in die Trägerschaft des Landkreises Forchheim übergegangen ist, ist nach wie vor ein Magnet für Besucher aus der Region und darüber hinaus. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, wird das Konzept des Wildparkes weiter entwickelt. Über die Pläne informierte Daniel Schäffer, der seit einem Jahr den Wildpark leitet, den Kulturausschuss des Landkreises.

Man hatte sich dazu den richtigen Ort ausgesucht: das sogenannte grüne Klassenzimmer, ein naturnah gestalteter Schulungsraum, gleich eingangs des Wildparks gelegen.


Weibchen für den Wisentbullen

Daniel Schäffer, studierter Tierarzt, berichtete, dass man letztes Jahr zur Weiterentwicklung des Wildparkkonzeptes einige Hürden genommen habe und auch heuer noch einige "Großbaustellen" zu bewältigen habe. Ende des Jahres sei das Konzept dann "sattelfest". Zu den "Großbaustellen" gehöre beispielsweise die Wisent-Haltung. Nach den Vorschriften müssten diese Herdentiere in Gruppen gehalten werden - mit mindestens einem Bullen und drei Kühen. Doch in Hundshaupten fristet der 14-jährige Bulle "Josef" alleine sein Dasein.

Für eine Gruppenhaltung, bei der sich die Tiere alleine überlassen seien, brauche man viel Platz - den es im Wildpark allerdings nicht gebe. Es gebe daher nur die Möglichkeit der intensivierten Haltung mehrerer Tiere, mit der Möglichkeit diese auch separat zu halten, um sie aneinander zu gewöhnen.

Aber nicht nur für die Tiere im Wildpark wird etwas getan: Auch die Betriebsgebäude für's Personal bieten zu wenig Platz und müssen saniert werden. Zudem gibt es im Mobilfunkschatten des Tales keine Notfallkommunikation für die Mitarbeiter. Spezielle Funkgeräte sollen Abhilfe schaffen.

Das Kulturausschussmitglied Eduard Nöth (CSU) wollte wissen, ob der derzeitige Tierbesatz passe. Daniel Schäffer erklärte, dass eine Änderung des Bestandes von Zeit zu Zeit aus Gründen der Abwechslung für die Besucher nötig sei. Man habe zur Zeit eine abnehmende Tendenz beim Besatz, räumte er ein - "aber ich glaube nicht, dass wir 80 Tierarten brauchen", fügte er an. Ulrich Schürr von den Jungen Bürgern stellte fest, dass große Aufgaben anstünden und dass man sich schon jetzt überlegen müsse, wo man mit dem Wildpark in 20 Jahren stehen wolle.

Man arbeite daher nicht nur am baulichen, sondern auch am pädagogischen Konzept und an der zoologischen Ausrichtung, betonte Wildparkleiter Daniel Schäffer.