Ein bisschen Werbung darf schon sein - auch wenn es schon seit 173 Jahren Tausende von Besuchern auf das Annafest zieht. Erstmals im Jahr 1912 ist eine Werbeanzeige der Stadt Forchheim für ihr herausragendes Fest im Jahresablauf dokumentiert. Und auch heute fragen nicht Eingeweihte schon mal: Wann ist eigentlich das Annafest?

Die Antwort gibt die Stadtverwaltung jährlich auf ihren Werbeplakaten. Seit der Nachkriegszeit werden die Hinweise auf die Festivität im Kellerwald auf mehr oder weniger künstlerisch wertvollen Entwürfen präsentiert.
Der Stadtarchivar Rainer Kestler hat die Werke akribisch gesammelt und dokumentiert und hütet die Plakate. In der Anfangszeit der Werbung stand in unterschiedlichen Schriftgrößen zu lesen, wann das Fest mit seinen Konzerten, Volksbelustigungen aller Art und das Festschießen über die Bühne ging.

Leerraum für das Datum

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die Stadt von Künstlern Ansichten und Skizzen vom Annafest fertigen. Auf den Plakaten blieb das untere Viertel weiß: Denn die Motive wurden des Öfteren mehrere Jahre hintereinander verwendet; unten wurde jedes Jahr der aktuelle Termin aufgedruckt.

Bier, Musik und Kellerwald

Vor gut 20 Jahren schrieb die Stadt sogar einen Plakatwettbewerb aus. Einer der Entwürfe ziert noch heute - in leichter Abwandlung - den Annafest-Aushang. Allerdings werden im digitalen Zeitalter keine Vordrucke mehr verwendet, sondern die aktuellen Versionen am PC erstellt und gedruckt. Und die Werbung läuft auch im Internet. Bier, Kellerwald, Musik, Brezen und Luftballons sind beliebte Elemente auf den Werbegrafiken, um Besucher aus Nah und Fern anzulocken.

Der Einzugsbereich, in dem geworben wird, reicht im Wesentlichen bis Bamberg im Norden und Nürnberg im Süden - Erlangen eingeschlossen. Die mittelfränkische Nachbarstadt hat mit der Bergkirchweih das wesentlich ältere Volksfest. Doch die Forchheimer wollten dem im 19. Jahrhundert nicht nachstehen, wie Kestler zu berichten weiß: "Der Bürgermeister Balthasar Schönfelder hat die Idee aufgegriffen. Es war in Forchheim alles vorhanden: die Wallfahrt, die Bierkeller, die Kühle im Sommer." Als dann 1840 die Schützen von den Regnitz-Wiesen am Löschwöhrd in den Kellerwald umzogen, hatten die Oberfranken quasi ihre eigene Bergkirchweih.

Mit dem Bau der Eisenbahn 1844 nach Forchheim kamen Tausende. Der Hauptweg führte vom Bahnhof über die Schützenstraße nach oben; die untere Kellerstraße - heute Hauptzugang - gab es in den Anfängen noch nicht. In der Nachkriegszeit wurde auch die namengebende Wallfahrt nach St. Anna in Weilersbach wiederbelebt. 2013 dauert das Annafest vom 20. bis 29. Juli.