Sein Ziel: "Oberfranken braucht mindestens einen zweiten grünen Landtagsabgeordneten." Das könnte neben Ulrike Gote (Bayreuth) der Heroldsbacher Karl Waldmann sein. Er will bei der Aufstellung der oberfränkischen Liste um einen der vordersten Listenplätze kämpfen.

Apropos Kampf: Er wolle antreten, um die Bayerischen grünen zu stärken, bekräftigte Waldmann. Er zeigte sich zuversichtlich, das Ergebnis der letzten Landtagswahlen, bei denen die Partei 2,7 Prozent Stimmenzuwachs erzielten und der Landkreis Forchheim mit dem besten Ergebnis der Grünen in ganz Oberfranken aufwartete noch zu übertreffen sei. "Wir erzielen mindestens ein zweistelliges Ergebnis", prophezeite er vollmundig.


Kompetenz reklamiert


"Weil wir die Kompetenz haben." Wichtige Felder, die Waldmann besetzen will sind die soziale Gerechtigkeit, Natur und Umweltschutz sowie Bildung. Die Zeitarbeit sei pervertiert und führe nicht zu einer Dauerbeschäftigung. Das sei so niemals gedacht gewesen. Dabei müsse der Landkreis mit gutem Beispiel voran gehen, doch solange es an der Klinik Fränkische Schweiz eine Service-Gesellschaft gebe, die Menschen zu Dumpinglöhnen anstelle gebe es auf diesem Sektor viel zu tun.

In punkto Natur und Umweltschutz verharrten CSU und Freie Wähler im letzten Jahrhundert. "Es dauert viel zu lange, bis die unsere Ideen aufgreifen" bemängelte der zweifache Familienvater aus Heroldsbach, für den sich Mobilität nicht auf Autofahrer beschränken darf. "Wir brauchen Mobilität für alle", forderte der Fraktionssprecher der Grünen im Forchheimer Kreistag. Immerhin hätten 25 Prozent aller Haushalte kein Auto.

Als Pädagoge, der seit 25 Jahren im Schuldienst ist, fordert Waldmann dringend neue Bildungsziele. Die Studiengebühren seien ein Skandal und von Schülern, die an ein Gymnasium übertreten, schaffen gerade mal die Hälfte das Abitur. Deshalb sprach er bei der Bildungspolitik von "Lippenbekenntnissen und Taschenspielertricks". 10.000 Hauptschüler seien ohne Schulabschluss. Deshalb seien Verbesserungen dringend notwendig. Die Realschulen seien überfüllt, die Hauptschulen kaum existenzfähig. Ein zweigliedriges Schulsystem sei überfällig.

Die "Freundinnen und Freunde" der Partei würdigten Waldmanns Kandidatur als Zeichen für Kontinuität. Waldmann zeigte sich zuversichtlich, dass er noch überzeugender auftreten können, nachdem er in der Kommunalpolitik Erfahrung gesammelt habe.

Als Delegierte für die Landesversammlung zur Aufstellung der Liste zur Bundestagswahl am 7. und 8. Dezember in Augsburg wurden Edwin Mayer, Kurt Moes und Friedrich Trautner nominiert. Delegierte für die Bezirksversammlung zur Aufstellung der Liste zur Landtags und Bezirkstagswahl am 12. Januar in Bamberg sind Karl Waldmann, Maria Riediger und Annette Prechtel.