Ganz wohl fühlt man sich nicht, wenn man die Brücke über die Wiesent zwischen Wöhr und Haag überquert. Es ist nicht zu übersehen, dass die Holzkonstruktion ihre beste Zeit schon hinter sich hat. Der Marktgemeinderat Wiesenttal gab nun den Weg frei für einen Neubau - nach zweijähriger Diskussion.

Es wird keine Holzbrücke mehr sein, denn Wiesenttal erhält nur Zuschüsse, wenn die Tonnage nicht mehr (bisher fünf Tonnen) begrenzt ist. 80.000 Euro würde eine nicht-geförderte Holzbrückenerneuerung kosten, haben Bürgermeister Helmut Taut (FWW) und andere Baufachleute im Rat errechnet. Mit der Summe hofft der Markt zurechtzukommen - als Eigenanteil von 15 Prozent für den Neubau.

In Haag gibt es einen Landwirt und eine Schmiede. Sie brauchen eine ordentliche Zufahrt, auch für schwerere Fahrzeuge. Und die Feuerwehr sollte auch ohne Einschränkungen hinüberkommen. Dass eine Holzkonstruktion ihre Tücken hat, beweist die Brücke zwischen Streitberg und Niederfellendorf. Sie wurde für eine Million Euro, so Taut, 1996 gebaut und ist bereits sanierungsbedürftig.


Braucht es einen Mittelpfeiler?

"Wir sollten uns nicht auf eine Wackelei einlassen, aber die Brücke landschaftsverträglich gestalten", fasste Konrad Rosenzweig (CSU) die Einschätzung seiner Ratskollegen zusammen. Gegen eine Stimme beschloss der Rat eine Stahlbetonbrücke mit Holzgeländer. Ob sie einen Mittelpfeiler braucht, soll der Planer entscheiden.


Quartiersmanager

Quartiersmanager hört sich bei einer Kommune mit 22 Ortschaften ungewöhnlich an. Ortsteilmanager müsste es besser in Wiesenttal heißen, räumte Romy Erlwein vom Landratsamt Forchheim ein. Die Fachfrau für Seniorenplanung machte die Wiesenttaler vertraut mit den demografischen Veränderungen in den nächsten zehn Jahren.

Die Gruppe der Über-64-Jährigen wird deutlich ansteigen - aus dem Kreis der Einheimischen. Wiesenttal hat zwar heute schon einen der höchsten Altersdurchschnitte der Kreisgemeinden. Das ist aber den zwei Seniorenheimen in Streitberg und Muggendorf mit rund 140 Plätzen geschuldet.
Um die Senioren außerhalb der Heime kümmert sich der Kreis um die Seniorenbeauftragte Ingrid Hilfenhaus.