In Oberfranken treibt offenbar ein Unbekannter sein Unwesen, der Unfälle provozieren will: Am Montagabend sind auf der Kreisstraße zwischen Urspring und Morschreuth im Kreis Forchheim zwei Autos in einen 18 Meter langen Baum gekracht, der quer über der Fahrbahn lag.

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurde der Baum direkt neben der Fahrbahn vorsätzlich angesägt. Das ist schon der zweite Fall im Bereich der Polizeiinspektion Ebermannstadt innerhalb weniger Tage. Das bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber inFranken.de am Dienstagmorgen. Glücklicherweise wurde bei beiden Vorfällen niemand verletzt.

 

Der Unfall am Montagabend ereignete sich laut Polizei zwischen 19.45 Uhr und 20 Uhr. Fast gleichzeitig seien die zwei Fahrzeuge, insgesamt besetzt mit drei Menschen, in den Baum geprallt. Der 49-jährige Opel-Fahrer und der 27-jähriger VW-Fahrer spalteten den Baum beim Zusammenstoß in drei Teile. Insgesamt entstand ein Schaden in Höhe von etwa 10000 Euro.

Dass niemand verletzt wurde, ist eine glückliche Fügung. "Bei Dunkelheit und Regen weiß man selbst, wie so etwas ausgehen kann", sagte der Polizeisprecher. Zudem sei die Ortsverbindungsstraße schlecht einzusehen, weil sie kurvig und hügelig ist.

 

 


Bereits der zweite Fall im Kreis Forchheim

Die Polizei Ebermannstadt sucht nun nach dem unbekannten Täter, der womöglich schon zum zweiten Mal zugeschlagen hat. Denn das ist bereits der zweite Fall im Dienstbereich der Ebermannstädter Beamten. Bereits am Samstag, 2. Dezember hatte ein Unbekannter eine etwa 20 Meter hohe Birke an der Staatsstraße bei Kanndorf angesägt. Der Baum wurde so beschädigt, dass er bei stärkerem Wind auf die angrenzende Straße gestürzt und Menschen beziehungsweise Fahrzeuge erheblich gefährdet hätte. Um die Gefahr zu beseitigen wurde die Straßenmeisterei informiert und fällte den Baum anschließend. Eine aufmerksame Zeugin hatte die Beamten darauf aufmerksam gemacht.

 

 


Ebermannstadter Polizei sucht dringend Zeugen

Es werden nun dringend Zeugen gesucht, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der beiden angesägten Bäume gesehen haben. Meldungen hierzu bitte an die PI Ebermannstadt unter Telefon 09194/73880.

 

 


Waldbesitzer sind alarmiert

Am Dienstag begutachtete die vertretende Revierleiterin für den Gemeindebereich Markt Pretzfeld, Rita Satzger, die Unfallstelle und das betroffene Waldstück. Der gefällte Baum stand in einem Privatwald, genauso wie das Holz in Kanndorf.

Die Expertin geht davon aus, dass kein Profi am Werk war, und dass der Baum kurz nach dem Ansägen auf die Fahrbahn gefallen sein muss. "Durch die Vorfälle sind wir natürlich gewarnt", so die Forstoberinspektorin der Waldbesitzervereinigung Fränkische Schweiz. Hier in der Region habe es derartige Fälle von vorsätzlich gefällten Bäumen noch nicht gegeben. Es sei jetzt wichtig, dass alle Waldbesitzer aufmerksam sind und Auffälligkeiten sofort an die Polizei melden, so Satzger.