Vier große Projekte nimmt die Stadt Gräfenberg heuer in Angriff und diese sind auch im Haushalt vorgesehen. Da ist zum einen das neue Löschfahrzeug für die Gräfenberger Wehr. Es sollte eigentlich schon im November ausgeliefert werden, tatsächlich haben es die Gräfenberger erst jetzt im März erhalten. Die letzte Rate für das Löschfahrzeug wurde jetzt überwiesen, weshalb 200 000 Euro im Haushalt vorgesehen sind. Schon vergangenes Jahr hat man über das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) die energetische Sanierung des Gebäudes der Verwaltungsgemeinschaft (VG) angemeldet. Das zog sich jedoch aufgrund Voruntersuchungen etwas länger hin, denn auch der Dachstuhl wurde untersucht und viel Bauhistorie kam zum Vorschein.

Doch um das zu tun, musste der Dachstuhl zunächst geräumt werden. 30 Jahre lang wurde dieser als Archiv genutzt und viel Papier wurde in den Jahrzehnten hinaufgetragen. Vor zwei Jahren nun wurden diese Aktenordner wieder herunter gebracht und 13 Tonnen Papier unkenntlich vernichtet und abtransportiert.

Die Voruntersuchungen haben dann ergeben, dass in dem Haus mehr Denkmalschutz steckt, als bislang angenommen. So wird die Stadt für die Sanierung voraussichtlich verschiedene Zuschüsse erhalten. Das sind neben den 500 000 Euro aus dem KIP 240 000 Euro vom Denkmalschutz und 120000 Euro von der Oberfrankenstiftung, die ebenfalls im Haushalt berücksichtigt sind, aber die Stadt muss auch einen Betrag zahlen. Dieser beträgt heuer ein Drittel und für das nächste Jahr ein Drittel von 1,3 Millionen Euro. Ob der Beginn für September funktioniert, werden die Ausschreibungen zeigen.

Die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Kasberg und Neusles ist das zweite große Projekt, das die Stadt Gräfenberg in Angriff nehmen wird. Auch hier ist die Hälfte der Kosten (1,15 Millionen Euro) für dieses Jahr, die andere Hälfte fürs nächste Jahr vorgesehen.

Beim Freibad in Gräfenberg passiert heuer nicht viel. Etwa 4000 Euro sind eingestellt, weil ein Planungsbüro mit der Erstellung einer Konzeptstudie beauftragt worden ist. Die großen Brocken in Höhe von 300 000 bis 400 000 Euro sind für die Folgejahre vorgesehen. Dafür wird das Hallenbad mit einem größeren Geldbetrag im Haushalt zu Buche schlagen.

Vor sechs Jahren noch stand die Diskussion, alle Bäder zu schließen. Nun wird das Gräfenberger Hallenbad wohl ein Lehrschwimmbad bleiben. Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) hatte dazu schon in den vergangenen Monaten Vorarbeit geleistet, mit dem Landrat Hermann Ulm (CSU) über ein ganzheitliches Konzept gesprochen und zahlreiche Kommunen angeschrieben, ob sie in den nächsten Jahren ihr Schulschwimmen verbindlich im Gräfenberger Bad buchen würden. Die Gemeinden hatten zugestimmt, 60 Schulklassen werden künftig verbindlich das Hallenbad als Lehrschwimmbecken nutzen.
Das jetzige Hallenbad wird dann abgerissen werden und ein neuer Komplex mit Mensa und Mittagsbetreuung und neuem Hallenbad dort entstehen. Denn die gemeinsame Mittagsbetreuung mit der Realschule Gräfenberg und der neu eingerichteten Mensa, war vor einem Dreivierteljahr der Grund für die Überlegungen, die nun auch zu dem neuen Hallenbad führen.

Das Hallenbad gehört seit dem Schultausch der Stadt Gräfenberg. Gefördert wird das mit dem neuen KIP-S, das für Schulsanierung steht. "Wenn alles klappt, kriegen wir bis 2021/2022 ein neues Lehrschwimmbecken", sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla auf Anfrage. Ein Büro erstellt nun hierzu ein Konzept.

Das vierte große Projekt ist von den kleinsten Bürgern schon bezogen: der neue Kindergarten in Gräfenberg, den die Diakonie gebaut hat. "Wir müssen unseren kommunalen Anteil bezahlen", sagte Bürgermeister Nekolla. Der ist zwar auf 325 000 Euro begrenzt, doch ein großer Teil davon muss heuer noch locker gemacht werden. Die Kinder haben die neuen Räume jedenfalls schon bezogen und nicht nur sie sind begeistert, sondern auch die Erwachsenen, die wie Nekolla den Kindergarten schon gesehen haben. Die offizielle Einweihung des Kindergartens findet am Sonntag, 16. Juni statt.

Der Kredit in Höhe von 500 000 Euro vom Vorjahr war nicht gebraucht worden und steht heuer zur Verfügung. Aufnehmen wird die Stadt dennoch einen Kredit in Höhe von 300 000 Euro, was nicht allen Stadträten gefiel, denn ein Haushalt ohne Kreditaufnahme ist nicht genehmigungsbedürftig. Doch Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla ist die Kreditaufnahme lieber, selbst wenn er nicht gebraucht wird, als einen Nachtragshaushalt stellen zu müssen.

Und schließlich ist man auch einen Schritt weiter, was die Parksituation "An der Linde" in der Bayreuther Straße betrifft. Vor allem das Parken im Bereich des Zebrastreifens an der Apotheke und dem Ärztehaus soll entschärft werden. Pfosten sollen künftig verhindern, dass auf dem Gehweg geparkt wird und die Parkplätze entlang zur Brauerei Friedmann werden auf drei Parkplätze mit Scheibe auf zwei Stunden reduziert.