Bereits ab Mitte Juli werden die ersten Beitragsbescheide in die Briefkästen der Ebermannstadter Grundstückseigentümer flattern. Der Hintergrund: Die Stadt saniert unter anderem die Abwasserkanäle in Buckenreuth, Wohlmutshüll und den Flutgraben in der Altstadt Ebermannstadt. Zudem wurde eine Druckleitung von Buckenreuth nach Wohlmuthshüll neu gebaut.

Die Kosten für die Verbesserung und Erneuerung der Entwässerungseinrichtungen zahlen über Beiträge alle Eigentümer von Ebermannstadt. Am Montagabend hat der Stadtrat die entsprechenden Beiträge festgesetzt. Die Beitragssatzung wurde mit zwei Gegenstimmen verabschiedet.


Rücklagen bei den Gebühren

"Im großen Feld des Abwassers sind wir auf einem sehr guten Weg", meinte Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE). "Im Vorfeld wurden bereits viele Entscheidungen gefällt." Vor der finalen Beitragssatzung seien mehrere Stadtrats-Entschlüsse gefasst worden. Zum Beispiel wurden bei den neukalkulierten Abwasser-Gebühren (Anfang Mai) finanzielle Rücklagen für die Kanalverbesserungen beschlossen.

Erst dadurch kommen die Beiträge für die jüngst realisierten Maßnahmen in Buckenreuth und Wohlmuthshüll, sowie die geplante Sanierung der Flutmulde in Ebermannstadt zustande: Jeder Ebermannstadter Eigentümer muss bald für seine Grundstücksflächen 19 Cent pro Quadratmeter und für Geschossflächen 88 Cent pro Quadratmeter zahlen.

Der Kommunalberater Heinrich Schulte (Veitshöchheim) fasste dem Stadtrat die Berechnung zusammen. Im gesamten Stadtgebiet hat sein Büro 2 650 352 Quadratmeter beitragsrelevante Grundstücks- und 1 030 056 Quadratmeter Geschossflächen ermittelt.

Und: Die Verbesserung der Entwässerungseinrichtungen in Ebermannstadt kostet insgesamt 2 462 000 Millionen Euro. Davon zahlt die Stadt einen Straßenentwässerungsanteils von 554 832 Euro - Die Eigentümer werden mit 1 907 388 Euro zur Kasse gebeten. Rechnerisch wären die Beiträge demnach höher: 26 Cent pro Quadratmeter für Grundstücksflächen und 88 Cent pro Quadratmeter für Geschossflächen.


Beitragszahler entlasten

Nun kommen aber die Rücklagen mit ins Spiel. Denn der Stadtrat hat bei den neuen Abwassergebühren ab 1. Januar 2018 eine Rücklagenzuführung (für 2018 bis 2021 circa 1,4 Millionen) beschlossen. Davon werden einige Maßnahmen des Bauamts finanziert. Wichtiger jedoch: 500 000 Euro Rücklagen werden genutzt, die Beitragszahler zu entlasten. Sie zahlen sieben (Grundstück) und 32 Cent (Geschoss) weniger.

Die Eigentümer müssen die Verbesserungsbeiträge in drei Raten zahlen. Sobald der Bescheid Mitte Juli kommt, haben sie einen Monat Zeit die erste Hälfte zu zahlen. Am 1. Juli 2019 wird die zweite Rate (25 Prozent) und am 1. Juli 2020 die dritte Rate (25 Prozent) fällig.


Auch unbebaute Grundstücke

Anders als bei Gebühren muss der Verbesserungsbeitrag auch für unbebaute Grundstücke gezahlt werden. Stadtrat Franz Dorn (WGM) fragte nach: "Warum soll ich für ein nichtbebautes Grundstück zahlen? Ich habe meine Erschließungskosten gezahlt, leite nichts ein und soll ich einen Verbesserungs-Beitrag zahlen?" Im bayerischen Beitragsrecht spiele das keine Rolle, weil der Eigentümer, die Möglichkeit habe zu bauen, erklärte Heinrich Schulte. "Im Moment des Erschließens vom Grünland zum Bauland nimmt die Stadt viel Geld in die Hand, erschließt die Grundstücke - und das kommt nur dem Eigentümer zugute."