Die Zukunft der Grundschule Dormitz bewegt den Gemeinderat. In einer Sondersitzung diskutierten die Räte darüber, welche Möglichkeiten es gibt, in der Schule Räume für die Mittagsbetreuung zu schaffen. Dazu führten Bürgermeister Holger Bezold (FW), Gemeinderäte und Rektorin Susanne Krieger eine Begehung durch. "Was die Kinderbetreuung betrifft", sagte Bezold, "sind wir jetzt schon mit Räumlichkeiten in Verzug." Ob Toiletten oder Kindergartenplätze: Es fehlt an allem. Der Kindergarten ist mit 120 Kindern restlos ausgebucht. Erschwerend kommt hinzu, dass vier Kinder einen erhöhten Betreuungsbedarf benötigen, dazu kommen vier Gastkinder. "Sollten wir Familienzuzug in der Gemeinde haben mit Kindern, dann bekommen wir ein Problem, denn die Eltern haben einen Rechtsanspruch", wies Bezold auf die Problematik hin. In der Grundschule sieht es nicht besser aus. Für das kommende Schuljahr gibt es 26 Neuanmeldungen. Hauptgrund für die Sondersitzung war die prekäre Situation der Mittagsbetreuung in der Schule. Das Milchhaus ist mit 26 Kindern für die Mittagsbetreuung voll belegt. "In der Schule haben wir ebenfalls keine Kapazitäten mehr" erklärte der Bürgermeister. Dort müssen sich Kinder auf dem Flur aufhalten, auch der Musikunterricht findet auf den Fluren statt.

Räume nicht verändert

Das Schulhaus wurde 1966 eingeweiht. Bei der Begehung waren alle überrascht, wie abgewirtschaftet und schlecht die Bausubstanz ist. Marianne Mirsberger (CSU) warf ein, dass doch erst kürzlich Sanierungsmaßnahmen durchgeführt worden sein. Bezold erinnerte daran, dass es 2009/10 bei der energetischen Sanierung des Schulgebäudes versäumt wurde, die Gesamtsubstanz überprüfen zu lassen. Das Schulhaus wurde lediglich für den Brand- und Schallschutz ertüchtigt. Elektrik, Toiletten und Räume haben sich seit 1966 nicht verändert. In der Diskussion wurden die unterschiedlichsten Vorschläge für eine schnelle Lösung diskutiert. Der Reigen reichte von Aufstocken bis zum Anbau eines Quergebäudes an das bestehende Schulhaus. "Wir brauchen ein langfristiges Konzept", forderte Elke Mölkner (FW).

Tankraum seit 20 Jahren nicht benutzt

Für die Mittagsbetreuung bedürfe es einer kurzfristigen Lösung, meinte das Gremium. Man einigte sich darauf, das Lehrmittellager für die Mittagsbetreuung umzufunktionieren und den seit 20 Jahren nicht benutzten Tankraum als Lehrmittellager zu ertüchtigen. Lehrer und Eltern klagen schon lange über unhaltbare Zustände in der Grundschule. Christine Bänsch (FW) stellte daraufhin den Antrag, ein Architekturbüro mit der Erstellung eines Gesamtsanierungskonzeptes mit Erweiterungsbau unter Sicherstellung des Schulbetriebes zu beauftragen. Dem stimmten die Räte zu. Der Gemeinderat beschloss außerdem, eine zusätzliche Fachkraft für die Mittagsbetreuung einzustellen. Ebenfalls wurde beschlossen, einen Kosten-Nutzen-Vergleich zwischen Gesamtsanierungskonzept mit Erweiterungsbau und einem kompletten Grundschulneubau zu erstellen.