Hans tut es, Franz tut es, Waltraud und Mariechen tun es: Am Wochenende werden die Räder ans Auto geschnallt und ab geht's zur Tour de Franken. Oft ist auf den Fahrradträgern die Marke "Uebler" zu lesen - was nicht draufsteht ist "Made in Forchheim".

2005 errichtete Firmenchef Klaus Uebler (50) einen neuen Firmenstandort im Industriegebiet Sandäcker, unweit von Kersbach. Hier werden pro Jahr rund 40 000 Kupplungsträger produziert, die an namhafte Kraftfahrzeughersteller sowie den Autozubehör- und Fahrradhandel gehen. In Gesellschaft so bekannter Marken wie Thule und Westfalia positioniert sich Uebler als "Qualitäts- und Innovationsführer", erklärt Vertriebsleiter Peter Augustin.

Ursprung in der Hühnerfarm

"Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", an diesen uralten Ulk fühlt man sich erinnert, wenn Klaus Uebler von den Wurzeln des Unternehmens erzählt: "Meine Oma hatte eine Hühnerfarm in Lonnerstadt - und mein Vater hat dort eine Biegemaschine installiert, um Autozubehör herzustellen." Am 1. Januar 1965 von Erich Uebler gegründet,startete das Unternehmen mit der Herstellung von Abschlepp-Ösen und -Seilen, später auch -Stangen. "Damals, als die Autos noch öfters Pannen hatten und der ADAC noch nicht gleich zur Stelle war, galt das noch als unverzichtbares Zubehör für Autofahrer", betont Klaus Uebler. 1972 erfolgte die Produktion in Möhrendorf. In insgesamt vier Ausbaustufen wuchs der Werkskomplex heran und wurde kontinuierlich modernisiert.



Entscheidend erweitert wurde die Produktpalette durch den heutigen Geschäftsführer Klaus Uebler. Seit er das Unternehmen 1993 von seinem Vater übernahm, wurden nicht nur die ersten Fahrradträger für die Anhängerkupplung auf den Markt gebracht, sondern auch die Zusammenarbeit mit den PKW-Herstellern maßgeblich intensiviert. Anfang 2005 folgte der nächste Schritt: die Errichtung einer komplett neuen Fertigung mit Verwaltung in Forchheim - seit 2007 der neue Hauptsitz.

Firma der kurzen Wege

Vom "Show-Room", in dem die aktuellen Fahrradträger der innovativen X-Serie glänzen, sind es nur wenige Schritte in die Produktionshalle. In Hochregalen stapeln sich Container mit Werkstücken. "Alles, was wir selber machen können, das stellen wir auch selber her", betont Klaus Uebler. 44 Beschäftigte arbeiten bei ihm. Vom Schweißroboter, den Ingmar Schmidt bedient, um die Rohlinge zusammenzuschweißen, über die Stanzmaschine, mit der Fredi Hofmann die Löcher für Verschraubungen und Vernietungen anbringt bis über die CNC-gesteuerte Biegemaschine, mit der Andreas Schatz die Aluminium-Rohre in die gewünschte Form bringt, durchlaufen die Teile X-Stationen in der Produktionshalle. Bis sie schließlich in der benachbarten Montagehalle zu dem werden, was sie bei unseren Freizeitradler Hans und Franz, Waltraud und Mariechen so beliebt macht: Fahrradträger mit geringem Gewicht, geringer Packgröße durch einen patentierten Faltmechanismus und hoher Zuladung, die selbst den Transport von E-Bikes erlaubt. Zwölf Siege im Fachvergleichtest sprechen für sich. Aber dies alleine reicht Klaus Uebler nicht: "Wir führen immer auch den sogenannten Hausfrauen-Test durch". Dabei kann sich der Otto-Normalverbraucher sein Urteil bilden. Denn: "Wir entwickeln für den Kunden".