Auf einem Plakat brutzelt ein Koch sein Fleisch in der Pfanne mit einem Schneidbrenner, auf dem anderen benutzt ein Gärtner eine Rettungsschere, um ein Gänseblümchen abzuschneiden. "Wir brauchen jeden" lautet darunter die Botschaft des Technischen Hilfswerkes (THW) Forchheim, das mit einer Ausstellung in den Rathaushallen um Nachwuchs wirbt.
"Helfen fühlt sich gut an" lautet der Titel der Ausstellung, die der Geschäftsführer des Landesverbandes Bayern, Curd Mohr, eröffnete. Und die Möglichkeiten zu helfen sind vielfältig.


Großes Rettungsboot


Gleich im Eingangsbereich zeigt das THW ein großes Rettungsboot und das nagelneue Jetfloat-System: Die 50 mal 50 Zentimeter großen Styroporwürfel erinnern ein wenig an Playmobil. Aneinandergelegt ergeben sie eine Fläche von 28 Quadratmetern. Damit werden Brücken gebaut, man kann aber auch eine Bootsanlegestelle daraus formen oder eine Plattform errichten. Die Tragkraft ist mit 350 Kilogramm pro Quadratmeter enorm. "Legt man die Würfel übereinander, kann sogar ein LKW drüberfahren", erklärt Christoph Bernhagen (Bild oben) vom THW Forchheim.


Der Taucheranzug weist darauf hin, dass die Einsatzkräfte auch unter Wasser im Einsatz sind. "Das hat aber nichts mit Hobby-Tauchen zu tun, die gehen auch in die Tiefe bei einer Sichtweite von zehn Zentimetern", verdeutlicht Bernhagen.


Wie erfinderisch die THW-Helfer sind, zeigt sich bei der Bergung. Mit Hilfe eines Dreibocks - drei Holzbalken oder Rohre, die an der Spitze miteinander verbunden sind - können Rettungskräfte verunglückte Personen aus tiefen, schlecht zugänglichen Schächten retten. In Kombination mit einem Seilzug dient der Dreibock auch zum Anheben, Herablassen und Schwenken von Lasten.


Wasserpumpen, die bis zu 5000 Liter pro Minute fördern und tennisballgroße Steine mitfördern, zeigen die Einsatzfähigkeit bei Überschwemmungen. Gleich daneben ist bei der Sandsack-Füllanlage Handarbeit gefragt. "Auch wenn jeder einzelne Sandsack nur 20 Kilo wiegt: Wenn jemand tausend Säcke geschleppt hat, gibt das auch einen Muskelkater", versichert Christoph Bernhagen.


Eine Puppe in der Ecke sieht mit ihrem silbergrauen Schutzanzug einem Astronauten ähnlich. Kein Wunder, das Material ist das gleiche wie in der Raumfahrt. "Der geht dahin, wo es wirklich heiß ist, beispielsweise in Tunnel mit brennenden Autos", erklärt Bernhagen. Der Schutzanzug ist ausgelegt, um einer Hitze von 1500 Grad Stand zu halten.


Berufliche Vielfalt


"Wir leben von der beruflichen Vielfalt unserer Helferinnen und Helfer, die im Ortsverband Hand in Hand zusammenarbeiten", erklärt Ortsbeauftragter Christian Wilfling. So sei beispielsweise der richtige Umgang mit professionellen Werkzeugen und Maschinen zum Bearbeiten von Holz, Metall, Stein und Beton Teil der gemeinsamen Ausbildung. Auch sei der Erwerb von Führerscheinen zum Führen der tonnenschweren Spezialwerkzeuge, Unimogs und Krane möglich und werde finanziell durch das THW gefördert.

Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) gab sich überzeugt, dass der Einsatz im Technischen Hilfswerk auch eine hervorragende Investition für junge Menschen selbst ist: "Eine Zeitinvestition und Zukunftsrendite, die ihr späteres Leben prägt." Denn aus dem vielfältigen Freizeitspaß, aus dem Umgang mit Technik, aus dem Miteinander in der Gruppe nehme jeder Dinge fürs Leben mit, fürs Zusammenleben, für den Beruf, Schlüsselqualifikationen wie Engagement, Hilfsbereitschaft, Teamwork sowie technisches Verständnis und Motivation, mehr zu lernen, besser zu werden und weiterzukommen.


Ausstellung


Titel: Helfen fühlt sich gut an - Einsätze, Ausbildung und Aufgaben des THW

Ort: Rathaushallen Forchheim

Zeit: bis 9. März, 11 bis 17 Uhr