Der eine greift zum Pinsel, die andere zum Fotoapparat und nochmals eine andere experimentiert mit vergänglichen Materialien. Kunsterzieher Rainer Schütz lässt mit einer ganz besonderen Zeichentechnik aufhorchen. Am Tablet-PC entwirft er mit dem Bamboostift Stadt-Szenen, Porträts und Landschaften. Diese werden digital am Computer koloriert und versprühen einen ganz besonderen Charme.

Schütz ist einer von insgesamt 23 Künstlern aus dem Forchheimer Land, die am Kunstprojekt "Offenes Atelier - Bildende Kunst im Landkreis Forchheim" teilnehmen. "Eine Rekordteilnehmerzahl", sagt Kulturreferent Toni Eckert. Im nunmehr sechsten Jahr richtet das Kulturamt des Landkreises Forchheim das Kunstwochenende aus. Am 4. und 5.Mai von jeweils 11 bis 17 Uhr öffnen die Bildhauer, Maler und Grafiker die Türen ihrer Ateliers für interessierte Besucher.
"Wir wollen die Arbeiten auf eine Plattform heben, die dieser auch würdig ist", sagt Eckert. Zudem könne die Veranstaltung zur Vernetzung zwischen den Künstlern beitragen und die Darstellung der regionalen Kulturschaffenden in der Öffentlichkeit unterstützen. Die teilnehmenden Künstler, vorwiegend professionell ausgebildete, haben ähnliche Erwartungen an das zweitägige Event.
Für Hermine Gold ist die Veranstaltung "ganz wertvoll, um die Berührungsängste der Leute zu beseitigen". Sie ist Malerin und Objektkünstlerin mit Atelier in Pinzberg. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf dem Menschen und seiner Vergänglichkeit. "Experimentieren ist meine Leidenschaft. Ich arbeite mit so ziemlich allen Materialien, die man finden kann, ob Papier, Gips, Filz oder auch Wachs. Material und Thematik müssen dabei unbedingt stimmig sein", erklärt Gold. Sie thematisiert dieses Mal biblische Landschaften.
"Die Kamera ist mein Pinsel", behauptet Fotografin Elke Lehmann. "Geräusche, Töne, Stille - as slow as possible" nennt sich ihre Ausstellung. "Beim Hören von John Cage sind Bilder bei mir entstanden, die ich versuche, mithilfe der Fotografien auszudrücken." Sie zeigt in ihrer Ausstellung in Egloffstein ab-strakte Bilder zu Stille, Geräusch, Zeit und Geschwindigkeit.
Kunsterzieher Wolfgang Mages habe das Fieber wieder gepackt, als er vor anderthalb Jahren ein Atelier in Gräfenberg eröffnet hat. "Mein Ziel ist es, aus einer gegenständlichen Idee ein abstraktes, selbstständiges Bild zu schaffen", sagt der Maler und Grafiker. "Ich will den Zuschauer etwas fordern, sich mit dem Bild auseinanderzusetzen."
Bamboostift-Künstler Rainer Schütz hat die Broschüre zur Ausstellung entworfen. Sie liegt an allen öffentlichen Plätzen aus: In der Schule, bei der Stadtverwaltung, bei der Tourist-Info. Darin werden die Künstler und ihre Ateliers vorgestellt. "Von der Veranstaltung bin ich überzeugt. Sie hilft, sich als Künstler zu präsentieren."
"Offenes Atelier - Bildende Kunst im Landkreis Forchheim" steht allen Interessierten offen und ist kostenlos.