Neun Jahre Afrika, die haben Till Dehrmann geprägt. Seine Jugend verbrachte er in Marokko. Und seine Malleidenschaft, die der Physiker nie aus den Augen verlor, ist ausschließlich einem Thema gewidmet: dem zeitgenössischen Orientalismus. Einen "Beitrag zur Völkerverständigung" möchte Dehrmann mit seiner Kunst leisten. Für ihn ist es ärgerlich, wenn die Medien den Orient quasi auf einen Kriegsschauplatz reduzieren. Und auch der Orientalismus in der Malerei des 19. Jahrhunderts habe weitgehend Klischees bedient.

All dem setzt der Orientmaler Dehrmann Eindrücke entgegen, die Menschen und ihr alltägliches Leben möglichst realistisch abbilden. So zeigt er etwa die Tee-Zubereitung, den Plausch am Meer, den Strand von Casablanca oder - auf einem seiner Lieblingsbilder: Marokkanerinnen beim Strandspaziergang.

Von Van Gogh gelernt

Einen völlig anderen Ansatz verfolgt der seit sechs Jahren in Forchheim lebende Bremer Horst Rehmann. Als Schüler hat er für sich die Kunst entdeckt, als er Bilder des Niederländers van Gogh abmalte. Heute fühlt er sich vom Surrealismus angezogen. "Ich mag keine röhrende Hirsche, das macht mir keinen Spaß", sagt der ehemalige Geschäftsmann, der auch als Buchautor unterwegs ist.

Eines der Bilder, die Rehmann am Herzen liegen, trägt den Titel "Weg ins Licht". Es ist entstanden, nachdem er sich mit Erlebnissen von Menschen beschäftigte, die Nah-Tod-Erfahrungen machten. Um seine Eindrücke zu verarbeiten, griff Horst Rehmann nicht zum Pinsel, sondern zur Spachtel. Der "Weg ins Licht" ist mit Öl auf die Leinwand gespachtelt.

Wer Bilder des Orientalisten Till Dehrmann oder des Surrealisten Horst Rehmann sehen oder erwerben möchte, hat dazu in Forchheim Zeit bis zum 25. November. Ausgestellt ist die Kunst der beiden Maler in den Rathaushallen.