"Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein, dagegen sehr", ein banaler Spruch der zwar schon alt aber immer noch aktuell ist. Denn: Die Erziehungsberatung der Caritas verzeichnet einen weiteren Anstieg der Fallzahlen. Dies berichtete die Leiterin der Beratungsstelle, Isadora Amerelli, in ihrer Jahresbilanz im Jugendhilfeausschuss des Landkreises.

Eine bedeutende Steigerung zeigt sich bei der Gesamtzahl der beratenen Familien. Waren es 2015 noch 554 Ratsuchende , so stieg die Zahl 2016 auf 614 an - was einer Zunahm von elf Prozent entspricht. Trotzdem konnte schnell geholfen werden. Die Analyse der Wartezeiten ergibt, dass rund 64 Prozent aller Ratsuchenden innerhalb von 14 Tagen ein Beratungsgespräch angeboten werden konnte.

Beziehungsprobleme stehen an der Spitze der Beratungsgründe, gefolgt von den Themen Trennung bzw. Scheidung.. Wie Isadora Amerelli weiter berichtet, sei eine Zunahme der Suchtprobleme bei Kindern und Jugendlichen zu beobachten . War diese Problematik 2015 noch 14 Mal Grund für eine Beratung, so waren Suchtgründe 2016 schon 17 Mal Anlass, eine Beratung in Anspruch zu nehmen.


Jugendschutz durch Kontrolle

Wenn die Beratung nicht mehr fruchtet, ist der ordnungsrechtlich-pädagogische und kontrollierende Jugendschutz gefordert. Hier ist Nicole Liebe im Einsatz. Ihr Aufgabenbereich sei vielfältig, berichtet die Mitarbeiterin des Jugendamtes. Das Wesentliche seien Jugendschutzkontrollen mit der Polizei, die bei Veranstaltungen im ganzen Landkreis stattfinden. Auch auf dem bevorstehenden Annafest wird Nicole Liebe an drei oder vier Abenden im Einsatz sein . Während die Polizei kontrolliert sitzt sie meist auf der Polizeiwache und nimmt die aufgegriffenen Jugendlichen in Empfang. "Je nach Rauschzustand wird dann ein mehr oder weniger erfolgreiches Gespräch geführt ", erzählt die Jugendschutzbeauftragte, die bei Minderjährigen dann die Eltern verständigt.
Auch die Veranstalter würden auf die Jugendschutzbestimmungen hingewiesen und seien meist kooperativ. Es gebe aber auch solche, die offensichtlich vom Jugendschutz noch nichts gehört hätten. "Da gibt's von uns dann auch mal ein Bußgeld", betont Nicole Liebe.