Als Marktmeister Ferdinand Drummer morgens um 5.45 Uhr am Paradeplatz ankam, ahnte er bereits wie der Tag enden würde. 15 der 85 "Stammbeschicker" des Jahrmarktes hatten schon im Vorfeld abgesagt. Diejenigen, die trotz der Wettervorhersagen kamen, bauten ihre Stände im strömenden Regen auf. Und so ging es den ganzen Vormittag weiter: Viel Regen, daher nur ein tröpfelnder Zulauf der Besucher - und schließlich Sturm.

Normalerweise müssen die Händler von der Eröffnung des Marktes um 10 Uhr, bis 17 Uhr anwesend sein. Doch Marktmeister Drummer gab wegen der stürmischen Böen schon am Vormittag die Parole aus: "Wem es zu gefährlich scheint, der kann auch gleich wieder einpacken." Der im Wetterbericht angekündigte Sturm kam prompt. Schirme flogen. Um die Mittagszeit mehrten sich die Stimmen: "Ich hab Angst" - oder: "Ich pack ein."

Reihenweise stülpte der Sturm die Schirme um. Wolle und Pappbecher flogen über den Paradeplatz. Um 14 Uhr war es dann auch der Blumenhändlerin Nathalie Edelmann zu viel und sie räumte ihre Blumenpaletten in den Lastwagen. "Das ist zu gefährlich für die Leut", sagte Edelmann. Gerade waren ihr zwei Schirme davongeflogen, einer landete auf einer Rollstuhlfahrerin: "Zum Glück ist nix passiert."

Auch die Herren an den Nachbarständen hatten um 14 Uhr genug. Dem Korbhändler riss der Sturm die gesamte Zelt-Überdachung weg und auch der Kleiderhändler machte seinen Lkw-Verkaufsladen dicht: "Sonst fliegt mir noch die Klappe weg." Seit 30 Jahren komme er zum Jahrmarkt nach Forchheim: "Diesmal haben wir Pech gehabt", sagt der Erlanger Kleiderhändler. "Schade", resümiert Marktmeister Drummer: "Hoffentlich haben wir am 14. April mehr Glück, da ist dann Jahrmarkt und verkaufsoffener Sonntag."