Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat einen Förderbescheid für das Pilotprojekt "Streuobstlandschaften im Landkreis Forchheim - Erhalt, Pflege, Verwertung" an den Landschaftspflegeverband Forchheim (LPV) übergeben. Im Rahmen der staatlichen Förderung fließen knapp 230.000 Euro in das Projekt. Mit dem Geld werden Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Streuobstwiesen umgesetzt.

Der LPV will gemeinsam mit den Eigentümern, Landwirten und Kommunen die Streuobstlandschaften im Landkreis Forchheim erhalten und pflegen. Umweltminister Glauber betonte: "Streuobstwiesen zählen zu den artenreichsten Biotopen Europas: Ihre verschiedenen 'Stockwerke' - von der Krone über den Stamm bis zur Wiese - bieten einen abwechslungsreichen Lebensraum für viele Arten."

Mit der Fördersumme werde das Engagement des Landschaftspflegeverbands Forchheim unterstützt. Glauber dankte den vielen Unterstützern vor Ort, die seit Langem wertvolle Arbeit bei Erhalt und Pflege der Streuobstlandschaften leisten. "Mit dem Projekt wollen wir ein klares Signal senden: Streuobstwiesen sind ein wesentlicher Teil der fränkischen Kulturlandschaft und leisten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Dieses Zusammenspiel aus Bewirtschaftung und Naturschutz ist einmalig in unserer Region und verdient unsere volle Unterstützung. Ich will mehr blühendes Grün, mehr Obstbäume und mehr Streuobstwiesen", betonte der Umweltminister.

Es gehe um den Erhalt von 1200 Apfel-, 1000 Birnen-, 400 Kirsch- und 320 Zwetschgen-Sorten. Gäste aus ganz Europa kämen in die Fränkische Schweiz, um diese einzigartige Vielfalt zu erleben.

Jeder der dazu beitrage, diese Vielfalt zu erhalten, werde unterstützt, versprach der Bayerische Umweltminister. So setze das Artenschutzprogramm ein Signal für die Bedeutung dieser Thematik. Der Minister, der den Landschaftspflegeverband im Landkreis Forchheim als beispielgebend für den ganzen Freistaat würdigte, zeigte sich vom Erfolg des Projektes überzeugt.

Was das Projekt erreichen willl

Im Rahmen des Projektes "Streuobstlandschaften im Landkreis Forchheim", das Eigentümer, Landwirte, Kommunen und Verbände zusammenbringen will, sollen 200 Obstbaum-Hochstämme verteilt auf zwei Muster- und Sortengärten angepflanzt werden. Wie LPV-Geschäftsführer Andreas Niedling auf Nachfrage erklärte, soll in diesen Gärten vor allem auf die Artenvielfalt im Obstbau aufmerksam gemacht werden. Besucher sollen die Möglichkeit bekommen, sich umfassend zu informieren oder sich Reißer zu schneiden, um sich wieder mit alten Obstsorten vertraut machen zu können.

Als Projektmanagerin wurde Claudia Munker eingestellt, die ihren Dienst im Dezember beginnen soll. Sie soll die Koordination aller notwendigen Maßnahmen übernehmen, Anfragen bearbeiten, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und im Bereich Umweltbildung aktiv werden.

Mobile Obstpresse

Der Eggolsheimer Bürgermeister Claus Schwarzmann betonte, dass mit den Fördermitteln im Rahmen des Projekts auch Maschinen für die Pflege der Streuobstwiesen angeschafft werden könnten. Die Stadt Ebermannstadt sei bereit, Unterstellmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Unter anderem soll eine mobile Obstpresse angeschafft werden, die überall dort eingesetzt werden kann, wo sie benötigt werde. Auch an einen fahrbaren Obstsammler ist gedacht.

Die Maschinen können von jedermann genutzt werden, der Streuobstbestände hat. "Wir wollen einen Anreiz schaffen, die Bäume weiter zu pflegen. Um sich die Arbeit zu erleichtern, kann man sich über den LPV gegen eine kleine Gebühr den Baumrüttler, die Presse oder den Sammler ausleihen. Egal, ob die Früchte für den Eigenverbrauch bestimmt sind oder zu einem der Verwerter gehen sollen", führt LPV-Geschäftsführer Niedling aus. Und auch für den Schnitt alter Obstbäume werden Lösungen angeboten. Schwarzmann betont: "Die Maßnahmen passen zusammen."