Es ist gut zwei Wochen her, als der Naturschützer Heinz Marquart massiv die Gemeinde Eggolsheim angegriffen hat. Marquart warf der Gemeinde vor, auf unverantwortliche mit Deponierückständen in der Büg umzugehen. Er will Beweise dafür haben, dass dort krebserregende Stoffe frei zugänglich liegen.

Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB) hatte daraufhin angekündigt, sich im Gemeinderat zu den Vorwürfen zu äußern. CSU-Rat Peter Eismann ging dies nicht weit genug. Er wollte die Einlassungen Schwarzmanns verschieben. So sollte auch Marquart selbst Gelegenheit bekommen, seine Position im Gemeinderat darzulegen.
Eismanns Antrag fand allerdings keine Mehrheit im Rat und auch Schwarzmann hielt davon nichts: "Ich will schon etwas dazu sagen." Darüber hinaus sei die Sitzung öffentlich.

Mehrfach geprüft

Zur Sache selbst: Die Deponierückstände, so Schwarzmann, sei bereits vor dem Aushub fachgerecht geprüft worden - mit dem Ergebnis, dass es sich um nicht bis wenig belastetes Material handele.

Ferner habe man sich entschieden, das als Lärmschutzwall verbaut werden soll, separiert auf dem Gewerbegebiet zu lagern. Zunächst sollte der Lärmschutzwall am Rand des neuen Lidl-Zentrallagers errichtet werden, aber die Firma Lidl hat sich für eine Gabionenwand entschieden. Nun könnte entlang der Autobahn ein Lärmschutzwall entstehen. Die Gemeindeverwaltung hat laut Schwarzmann dazu bereits Gespräche mit dem Landratsamt und der Autobahndirektion Nordbayern geführt.

Um seine Darstellungen zu untermauern, las Schwarzmann Auszüge aus einem Gutachten eines Sachverständigenbüros vor. Daraus ging hervor, dass die Deponierückstände mehrfach von Gutachtern untersucht worden sind. Belastetes Material sei entsorgt worden. "Jeder kann das Gutachten in der Gemeinde einsehen", sagte Schwarzmann.

"Haltlose Vorwürfe"

Auch Marquarts Vorwurf, Eggolsheim lasse den Discounter Lidl sein Lager teilweise im Naturschutzgebiet bauen, bezeichnete Schwarzmann als haltlos. "Man muss nur die Unterlagen zum Bebauungsplan ansehen. Die liegen ebenfalls im Rathaus", sagte er in diesem Zusammenhang.

Unterm Strich sieht Schwarzmann die Gefahr, dass der Ruf der Gemeinde unter den Vurwürfen Marqurats leiden könnte. Er will in diesem Zusammenhang auch eine Verleumdungsklage gegen Marquart nicht ausschließen. Der Naturschützer hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach Vorwürfe gegen die Gemeinde erhoben.
Dritter Bürgermeister Günter Honeck (BBG) und BB-Rätin Monika Dittmann vertraten vor dem Gremium die Meinung, die Sache besser auf sich beruhen zu lassen. Eine Verleumdungsklage würde nur Geld und Zeit kosten. "Wir sollten Heinz Marquart keine weitere Plattform mehr geben", sagte Dittmann.

Acht von 19 Stimmen

Hans-Jürgen Dittmann (CSU) schlug dagegen vor eine Klage einzureichen: "Geben wir es an Juristen weiter. Ohne diesen Schritt werden wir nie Ruhe hinein bekommen."

In der folgenden Abstimmung stimmten nur acht von 19 stimmberechtigten Gemeinderäte für eine Klage. Die Möglichkeit einer Klage ist damit mehrheitlich abgelehnt.