Die Zeichen stehen bei den Kommunalwahlen im März 2020 auf Aufbruch in Pinzberg. Zur Aufstellungsversammlung ihrer Mannschaft hatte die CSU/Bürgerblock (CSU/BB) Pinzberg in das Gasthaus Eger eingeladen. Nachdem der amtierende Bürgermeister Reinhard Seeber aus Altersgründen nicht mehr antreten wird, galt der spannende Blick dem neuen Spitzenkandidaten. Daneben waren 24 Kandidaten für die Kommunalwahl in geheimer Abstimmung zu bestimmen. Reinhard Seeber übernahm die Versammlungsleitung zusammen mit Michael Kupfer. Den Wahlausschuss bildeten Richard Kupfer und Helmut Zametzer. Seeber erklärte, dass er nach 30 "schönen Jahren" nicht mehr kandidieren werde. In seinen sechs Jahren als Gemeinderat, 24 als Bürgermeister und zwölf Jahren als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft (VG) habe man viel geschaffen. Die Schulden habe man von 3,6 Millionen DM bis Mitte 2019 fast auf null gefahren. Freilich ließen sich die Auswirkungen des Wegfalls der Straßenausbausatzung beim Ausbau der Bahnhofsstraße noch nicht absehen. Seeber zog eine Bilanz seiner Amtszeit mit dem Höhepunkt der 950-Jahr-Feier. "Wir haben miteinander viel erreicht, herzlichen Dank für alle, die mich unterstützt haben", schloss er seinen Rückblick. Damit verwies er auch auf seinen möglichen Nachfolger Stefan Hack, der ebenfalls bereits viel für die Gemeinde geleistet habe.

Nicht mehr für jeden überraschend war die Nominierung von Stefan Hack als neuer Spitzenkandidat. Bevor Hack sich vorstellte, dankte er Bürgermeister Seeber für seine Arbeit. "Ich bewundere ihn, er hat den Gemeinderat immer hinter sich gehabt, viele Abstimmungen gingen zu null aus, es zeigt seine gute Vorbereitung", lobte er Seeber. Hack selbst hat elf Jahre als Mitglied der Gemeindevertretung Erfahrung gesammelt und mitgewirkt. "Wir sind stolz auf den Kindergarten, die große städtebauliche Maßnahme in Gosberg, die Unterstützung der Vereine, die Sanierung des Bürgerhauses in Pinzberg", nannte er große Herausforderungen.

Hack ist Pinzberger, 56 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und zwei Enkelkinder. Handwerkslehre, zweiter Bildungsweg und Studium zum staatlich geprüften Bautechniker folgten, dann Tätigkeit als Bauleiter, Beamtenausbildung und Flussmeister, dabei sechs Jahre beim Wasserwirtschaftsamt Nürnberg in der Städteachse Schwabach-Nürnberg-Fürth-Erlangen. Seit 1996 ist er Hauptflussmeister beim Freistaat Bayern im Fachbereich Naturschutz an den fachkundigen Stellen für Wasserwirtschaft am Landratsamt Forchheim. Somit sind Hack Landkreis, Gemeinden und ihre Verwaltung vertraut.

Viele Ehrenämter

Hack bekleidet viele Ehrenämter und kennt so auch die Anliegen seiner Mitbürger. "Ich rede nicht nur, sondern führe auch aus", sagte er. Sorgen bereitet ihm die zunehmende Fremdenfeindlichkeit im Lande. "Jeder ist Ausländer fast überall auf der Welt", mahnte er zu Besonnenheit und Toleranz. Er machte kein Hehl aus seiner Sympathie für die CSU, betonte aber gleichzeitig, keiner Partei anzugehören. "Parteiinteressen dürfen die Entscheidungen im Gemeinderat nicht beeinflussen und haben dort nichts zu suchen", meinte er. Er möchte die Förderung von Jugend, Familie und Senioren stärken. Er nannte die Trinkwasserversorgung, die Schaffung von bezahlbarem Bauland mit alternativen Baumöglichkeiten. Vordringlich sieht er die Verkehrsentlastung für Gosberg.

Energieerzeugung

Klar positioniert sich Hack zum Thema Windkraft. "Wir produzieren in Pinzberg mehr umweltfreundlichen Strom mit einer Biogasanlage und einer großen Photovoltaikanlage sowie Photovoltaik auf den Dächern als wir selbst benötigen. Deshalb bin ich strikt gegen Monsterwindräder an unseren Dorfrändern und in der Fränkischen Schweiz", sagte er. Sie seien hier nur gut für Investoren, aber nicht für die Bürger. Er plädierte für die Alternative "Blockheizkraftwerke statt gehäckselter Vögel". 24 Bewerber hatten sich auf einer gemeinsamen Liste mit einem breiten Spektrum an Qualifikationen zur Wahl gestellt. Die Kandidaten sind zwischen 23 und 56 Jahre alt. Der Durchschnitt liegt bei 42,3 Jahren. Nicht mehr für den Gemeinderat kandidieren Richard Kupfer und Reinhard Seeber. Unter den ersten zehn Kandidaten befinden sich drei Frauen, insgesamt sind es fünf. 45 Stimmen wurden jeweils abgegeben, sie bestätigten damit in geheimer Wahl zu 100 Prozent die Bewerber. Stefan Hack und Peter Deckert sind die Beauftragten der Liste. Hack dankte für den großen Zuspruch. Er freue sich zudem, dass seine Familie mit Feuer und Flamme hinter seiner Kandidatur stehe. "Mit Herz und Verstand für unsere Gemeinde Pinzberg" wählte die Versammlung CSU/Bürgerblock als ihr Motto für die Kommunalwahlen und die Zukunft der Gemeinde, oder, wie es Richard Kupfer als Moderator formulierte: "Politik ist die Kunst des Möglichen."

Die Liste

Die Liste der CSU/BB Pinzberg: 1. Stefan Hack (Bürgermeisterkandidat), 2. Alexandra Wagner, 3. Peter Deckert, 4. Maria Greif, 5. Markus Kreller, 6. Hermann Greif, 7. Ann-Kathrin Schrüfer, 8. Matthias Kannheiser, 9. Helmut Leidner, 10. Stefan Hack (Landwirt aus Dobenreuth), 11. Michael Kupfer, 12. Hermann Gottschalk, 13. Daniela Bauer-Lochner, 14. Tobias Zametzer, 15. Daniel Eichinger, 16. Sabine Seeber, 17. Andreas Heilmann, 18. Maximilian Hack, 19. Klaus Hack, 20. Ulrich Bitter, 21. Matthias Zametzer, 22. Michael Eger, 23. Edmund Bitter, 24. Kilian Eger; Ersatz: Marcello Hack, Wolfgang Kramer.