Der Baiersdorfer SV II und der SV Langensendelbach erledigten ihre Aufgaben weitgehend sicher und stehen in der Fußball-Kreisklasse 2 ER/PEG weiter nur durch einen Punkt getrennt an der Tabellenspitze. Als einzigem Kellerkind gelang dem FC Schlaifhausen ein Sieg, Dürrbrunn (gegen den ASV Höchstadt) und Weilersbach (am Freitag in Poxdorf) holten zumindest einen Punkt. Damit sind alle Teams ab Platz 7, den Höchstadt einnimmt, theoretisch noch abstiegsgefährdet.


FC Schlaifhausen - SV Hetzles 2:1

Im "inFranken-Kick" vom Fuße der Ehrenbürg offenbarte sich das in Schlaifhausen seit jeher gültige Gesetz, dass die Heimspiele zum Walberla-Fest gewonnen werden. Die Gastgeber drehten das Kellerduell mit einem wahren Sonntagsschuss, nachdem das Schlusslicht in Führung gegangen war und die Heimelf lange Zeit verunsichert schien. Ein Doppelschlag kurz nach dem Seitenwechsel bewahrte den Nimbus.

Bei Kaiserwetter und kräftiger Mittagssonne blieben beide Mannschaften lange in den kühlen Katakomben. Die Reservespieler der Gäste suchten verzweifelt ihren zehnten Ball, der von der hinter dem Fangnetz liegenden hohen Wiese verschlungen wurde, und Albin Meixner, Fußballer-Ikone des FC, war nahe am Griff zu den Baldrian-Tropfen, als er einem früheren "Ehrabocher" Funktionär zurief: "Geh heim! Jedes Mal, wenn du da bist, verlieren wir."

Die Hoffnungen von Gästespielertrainer Christoph Kehm, durch das Mai-Fest wegen feiernder Schlaifhausener Kicker einen kleinen Vorteil zu haben, erfüllten sich zumindest nicht körperlich: Die vorwiegend junge Auer-Elf war läuferisch fit und auch ausdauernd genug, 90 Minuten ihr Tempo gehen zu können. Lediglich psychisch schienen nicht alle der Situation gewachsen: Ungenaue Zuspiele prägten das Bild vor allem im ersten Abschnitt.

Vor dem Ehrenbürg-Panorama lieferten sich beide Mannschaften zunächst einen offenen Schlagabtausch. Als die Gastgeber das Heft scheinbar in der Hand hatten, folgte die kalte Dusche. Eine Flanke von Nikolas Friedel klärte der FC gerade noch vor Sebastian Anderson zur Ecke, doch Friedel legte diese auf Simon Krell ab, der trocken und unhaltbar zum 0:1 traf (8.). Wütende, aber im Abschluss harmlose Angriffe Schlaifhausens waren die Folge. Dennoch hatte Hetzles auch Glück, als Martin Kroder von Tobias Schneider im Strafraum am Fuß getroffen wurde, der Pfiff von Referee Mahmut Gün - der ansonsten prima leitete - aber ausblieb (13).

Sowohl Matthias Kern als auch Daniel Kremer ließen beste Einschussmöglichkeiten aus (24.), die Unruhe auf der FC-Bank wuchs und Trainer Wolfgang "Molli" Auer wechselte dreifach: Für Simon Weisel, Oliver Farr und Maximilian Schaufler kamen Alexander Bauer, Markus Hendel und Oldie Reinhard Niebler. Johannes Mehl unterlief fast ein Eigentor (33.) und Kremer bediente abermals Kern, der Keeper Manuel Berghofer umspielte, aber zu weit abgedrängt wurde (37.). Als Schneider über den Ball schlug, hatte Hendel die Riesenchance zum Ausgleich, doch knallte dieser aus zehn Metern nur an die Latte (42.).

Besser machte er es kurz nach Wiederanpfiff, als er unvermittelt per Vollspann vom Mittelkreis abzog und das Geschoss in Tor-des-Monats-Manier im Winkel der Gäste einschlug (49.). Plötzlich war die Welt am Walberla wieder in Ordnung. Co-Trainer Michael Kuhn zirkelte einen Freistoß auf den kurzen Pfosten, dort strich die Pille über den Scheitel von Kremer und zur 2:1-Führung ins Netz (55.).

Die Reaktionen von Kehm und Spielleiter Michael Friedrich, der die wichtigsten Szenen der Partie filmte, waren einheitliches Kopfschütteln. Nun waren die Gäste gefordert und mühten sich redlich, ohne wirkliche Gefahr heraufzubeschwören. Nur wenn Hetzles mit hohen Bällen operierte - im Wissen, dass Roland Meixner im Tor den etatmäßigen, aber verletzten Patrick Farr vertrat -, keimte etwas Hoffnung beim SV auf. Mit etwas mehr Entschlossenheit hätten die Hausherren den Deckel früher drauf machen können. Farr legte bei einer Flanke von Hendel den Ball vor die Füße von Kern, doch dieser schien überrascht (72.). Auch Farrs Vorstoß endete am Außennetz. Es reichte auch so, die Baldrian-Flasche blieb zu.


Stimmen zum Spiel:

Der Stein, der FC-Coach Wolfgang Auer vom Herzen fiel, war eher ein Walberla-Brocken: "Ich habe den Schlusspfiff herbeigesehnt, denn trotz bester Möglichkeiten führten wir ja nur mit einem Tor Vorsprung. Es war das erwartet schwere Spiel, hinzu kam die psychische Belastung, wenn du unbedingt gewinnen musst. Das ist reine Kopfsache und ich muss meinen Jungs ein Lob aussprechen, wie sie nach dem Rückstand trotz der hohen Temperaturen zurückgekommen sind."

Für Gäste-Interimstrainer Christoph Kehm bewahrheiteten sich die Fußballerweisheiten: "Wie zuletzt haben wir von Beginn an kein schlechtes Spiel gemacht, irgendwann aber den Faden verloren. Das passierte bei uns genau nach der Pause, für Schlaifhausen war der Ausgleich sicher glücklich. Es wird oft abgetan, irgendwas scheint aber dran zu sein: Wenn du hinten stehst, kommt das Pech hinzu. Dieser Sonntagsschuss war der Knackpunkt, davon kann der Schütze noch seinen Enkeln erzählen."
FC: Meixner - M. Kroder, Schüpferling, F. Kroder, Kuhn, Kern, Kremer, Weisel, Farr, Schaufler, Lenke, (Niebler, Bauer, Hendel)
SV: Berghofer - Krell, Johannes Mehl, Kehm, Schristian Regenfus, Müller, Anderson, Benedikt Mehl, Friedel, Frosch, Schneider, (Schmitt, Johannes Regenfus)
SR: Mahmut Gün (Reuth) / Zus: 85


Spvgg Hausen - Baiersdorfer SV II 3:5

Das Ergebnis lässt vermuten, dass die Spvgg einer Überraschung wie zwei Wochen zuvor gegen Langensendelbach nahe war, doch Hausens Abteilungsleiter Matthias Kaube räumte ein, dass die Gäste verdient gewannen. Kaubes Team schnupperte lediglich nach dem 3:4 wenige Minuten an einem Punkt. Lars Reinhardt brachte den BSV nach einer guten Kombination in Führung (18.), Alexander Mayer glich auf Vorarbeit von Marco Petschl mit dem Pausenpfiff aus.

Karim Said nach einem Einwurf der Hausherren (48.), Nicolas Roas, der von einem Fehler der Spvgg-Defensive profitierte (50.) und erneut Reinhardt (65.) entschieden die Begegnung vermeintlich, ehe Petschl nach einem Angriff über außen (70.) und Daniel Scherzer per Schlenzer aus 16 Metern (80.), wieder Hoffnung brachten, doch per Konter tütete Marco Joachim die drei Auswärtspunkte ein (88.).


DJK Willersdorf - SV Langensendelbach 0:5

Die DJK war nur zu zwölft und bestritt die Partie nach einer Viertelstunde ohne Auswechselspieler, weil ein Akteur angeschlagen den Platz verließ. "Wir müssen unsere Punkte gegen die direkten Konkurrenten holen und wollten gegen den Aufsteigskandidaten kein Risiko eingehen", sagte Heimtrainer Michael Hobner, der mit dem 0:5 gut leben konnte. Lukas Kral (9.), Alexander Wöß (13./57./66.) und Andreas Mürschberger (50.) zeigten sich gnädig.


TSV Ebermannstadt - ATSV Forchheim 2:3

Dass die Gäste um den Klassenerhalt kämpfen, bekamen die im Aufstiegsrennen fast aussichtslos zurückliegenden Ebser deutlich zu spüren. Der ATSV ging hart zur Sache, überzeugte aber auch mit Offensivstärke. Fadil Haji Yusef auf Hereingabe von Marc Baumann (5.) und Albert Stein per Freistoß aus 25 Metern (40.) brachten Forchheim zwei Mal in Führung. Rafael Hormuth per Kopf (6.) und Yusuf Öntürk mit einem Foulelfmeter (52.) glichen jeweils aus. Dem Siegtreffer von Max Striegel aus 15 Metern (54.) folgte eine hektische Schlussphase, in der Benjamin Wesolowski wegen Meckerns (80./ATSV) und Philipp Hölzel für ein Foul (85./TSV) vom Platz gestellt wurden und die Ebermannstadter Ordner nach Abpfiff einschritten.


SV Kleinsendelbach - DJK Eggolsheim 2:4

Dass es für beide Teams um nichts mehr ging, merkte man - im positiven Sinne. Das sehenswerte Duell wurde auch nicht von der Ampelkarte gegen Mark Bramsche in der letzten Minute getrübt. Der Trainer hatte seinen SVK auf Vorarbeit von Dominik Fabricius und Melik Charrad in Führung gebracht (11.) und per Abstauber den Schlusspunkt gesetzt (88.). Dazwischen trafen nur die Gäste: Tobias Fechner versenkte einen Freistoß aus 18 Metern (26.), Coach Lutz Reinhold einen Foulelfmeter (42.), Mark Ringer netzte per Fernschuss flach ein (65.) und Dominik Dötzer traf im Strafraum (80.).


SpVgg Dürrbrunn - ASV Höchstadt 0:0

Während auf den anderen Plätzen im Schnitt mehr als fünf Tore fielen, hätte das Ergebnis zwischen Dürrbrunn und Höchstadt besser zum ebenfalls torlosen Freitagsspiel Poxdorf gegen Weilersbach gepasst. "Es war aber ein 0:0 der besseren Sorte", erklärte SpVgg-Vorstandsmitglied Andreas Männlein. Die Gastgeber waren einem Treffer näher, Timo Finze und Jonas Überlacker prüften zusammen drei Mal das Aluminium und vergaben in letzter Sekunde eine Großchance. Die Höchstadter beschränkten sich auf Konter.


SpVgg Effeltrich - DJK Wimmelbach 5:0

Lediglich SpVgg-Trainer Michael Appelt und Ersatzkeeper Harlad Wolf hatten es registriert: Effeltrich hat den Klassenerhalt sicher. Der Abstieg war allerdings nie wirklich Thema. Auch Wimmelbach muss trotz der Klatsche kaum noch bangen. Nach den Toren von Hannes Schmidt auf Flanke von Jonas Reck (9.) und Daniel Baumgärtner, der den Torwart stehen ließ (31.), hatte der DJKler Tobias Lösel zwei gute Gelegenheiten, doch Thomas Stein stellte den Heimsieg per Doppelschlag sicher (75./78.). Den Endstand besorgte Baumgärtner (85.). rup