Nach dann drei Jahren beim SV Waischenfeld sieht Trainer Coach Sebastian Ott die Zeit in diesem Sommer reif für eine Veränderung. Der bislang erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte hatte die Elf aus der Fränkischen Schweiz in diesem Zeitraum von der Fußball-Kreisklasse Bayreuth-Kulmbach in die Bezirksliga Oberfranken Ost geführt. Zur kommenden Saison übernimmt mit Philipp Schmidt ein ebenfalls vielversprechender junger Coach die Bavaria.

Als der 35-Jährige sein Amt 2016 antrat, hatte sich der SV gerade vom Abstieg aus der Kreisliga gefangen. Ott sorgte zusammen mit Markus Bachmann und später an der Seite von Johannes Schatz nicht nur für sportlichen Erfolg, auch die Handschrift des ehemaligen Aufseßers wurde schnell deutlich: Hinten stabil stehen und schnell nach vorne spielen.

In der Offensive reichte den Waischenfeldern oft ein einziges Tor zum Sieg. Im vergangenen Aufstiegsjahr kassierte die Bavaria nur 19 Gegentore. "Wir hätten gerne mit ihm weitergemacht", sagt der sportliche Leiter Andreas Dinkel daher wenig überraschend. Der scheidende Coach will sich zumindest mit dem Klassenerhalt von der Wiesent verabschieden. Die Bavaria startet am 24. März mit acht Punkten Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz in die Rückrunde.

Wie es ab Juni mit Ott weitergeht, ist offen. "Bis jetzt ist noch nichts geplant. Es ist alles möglich", sagt der 35-Jährige. Ein Engagement bei einem anderen Verein sei ebenso vorstellbar wie eine Pause für die Familie. "Ich werde nichts auf Biegen und Brechen machen." Nach seiner erfolgreichen ersten Station als Trainer in Waischenfeld dürften Angebote aber nicht lange auf sich warten lassen.

Der SV setzt künftig auf ein ähnliches Pferd, wobei auch Schmidt zusammen mit Schatz das Kommando übernimmt. Die Doppellösung habe sich schließlich bewährt. "Der Trainer muss menschlich zur Mannschaft und zum Co-Trainer passen. Das ist bei Philipp zweifelsfrei der Fall", sagt Dinkel. Dieser trainiert noch die U19 der JFG Bayreuth-West/Neubürg in der Bezirksoberliga. Nun wagt der 26-Jährige den Sprung in den Herrenbereich.

Bedenken, dass das Alter hier ein Problem darstellen könnte, hat Andreas Dinkel jedoch nicht: "Sein Alter und seine Erfahrungen waren ein Bestandteil unserer Überlegungen, aber es kann auch mit einem älteren Trainer in die Hose gehen. Das weiß man nie", erklärt der sportliche Leiter. Eine schwere Verletzung beendete vor fünf Jahren die Fußballerkarriere des ehemaligen Fürther Jugendspielers mit Trainer-B-Lizenz.