Die Sportler der Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) Forchheim haben bei den nordbayerischen Hallenmeisterschaften in Fürth für Furore gesorgt. Altmeister Jan Schindzielorz überzeugte über seine Paradestrecke 60 Meter Hürden. Er entschied seinen Endlauf in 8,26 Sekunden für sich und wurde Vizemeister. Seinem Konkurrenten aus Herzogenaurach im zweiten Lauf, Florian Lickteig, musste der 40-Jährige mit fünf Hundertsteln Rückstand Gold überlassen. Veronika Prell bündelte in ihrem aus gesundheitlichen Gründen letzten Dreisprungwettbewerb die Kräfte. Mit 10,01 Metern setzte sich die 31-Jährige gegen etliche weitaus jüngere Damen durch und wurde zum Karriereabschluss überraschend Vizemeisterin.

Über 60 m sprintete erstmals in der LG-Geschichte ein Forchheimer Damen-Trio in den Endlauf. Svenja Heidecke pulverisierte mit 7,89 s ihre bisherige Bestleistung um zwei Zehntel und hatte damit schon die Qualifikation für die deutschen Jugendmeisterschaften in der Tasche. Auch Christine Priegelmeir präsentierte sich in ihrem Vorlauf topfit (8,13 s). Katharina Eckner platzierte sich knapp dahinter (8,15 s). Im Finale war die Favoritin und Endlaufteilnehmerin der deutschen Meisterschaften, Amelie Sophie Lederer vom LAC Quelle Fürth, nicht zu schlagen (7,58 s). Doch Heidecke packte eine Schippe darauf und wurde in 7,85 s Zweite. Mit neuer Bestmarke holte Eckner Bronze (8,07 s). Die Trainerin der beiden, Priegelmeir, rundete das starke Forchheimer Ergebnis mit Rang 5 ab (8,12 s).

In der U18 gefiel Alexandra Pöhlmann mit neuer Bestzeit von 8,34 s und lief erstmals ins kleine B-Finale, wo sie Fünfte wurde. Den ersten Titelgewinn des Tages für die LG verbuchte Jonas Saffer (U18). Der 17-Jährige siegte in seinem Vorlauf bereits in souveränen 7,20 s und ließ der Konkurrenz auch im Endlauf mit neuem oberfränkischen Rekord keine Chance (7,06 s). Damit löste der Fachoberschüler das Ticket zur deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft in Sindelfingen im Februar. Weitspringer Dominik Eckner legte bei den Männern nach. Mit großen Sätzen und verbesserter Technik gelangte er zu einer neuen Bestweite von 6,84 m und zur Goldmedaille.

Über 60 m sprintete er mit persönlichem Rekord von 7,16 s ins Finale. Moritz Hecht folgte ihm locker (7,10 s). Auch Schindzielorz (7,30 s) qualifizierte sich, verzichtete aber in Hinblick auf die Staffeln auf eine Teilnahme. Muskuläre Probleme und ein gewöhnungsbedürftiger Startblock verhinderten Hechts Lauf aufs Podest knapp (7,06 s). Über die 200 m ließ der 21-Jährige jedoch nichts anbrennen und sprintete zum Vizemeistertitel (22,59 s). Er musste nur Rekordhalter Creve Marchava aus Mosambik, der seit diesem Jahr für die TS Herzogenaurach startet, den Vortritt lassen.

Auf derselben Distanz lief die 38-jährige Priegelmeir in 26,12 s zu einem begeisternden Start-Ziel-Sieg, musste aber vier weitere Rennen abwarten, ehe sie über ihre erste nordbayerische Hallenmeisterschaft jubeln durfte. Auf den dritten Platz katapultierte sich Janina Buck in neuer persönlicher Bestzeit von 26,55 s vor Katharina Eckner (5., 26,77 s). Im Weitsprung landete Buck mit stark verbessertem Anlauf bei soliden 5,14 m und Platz 5.

Bei den 4x200-m-Staffeln gingen heuer besonders viele Vereine an den Start. Eckner übergab den Stab an Priegelmeir mit großem Vorsprung auf die LG Eckental. Auch Buck wechselte als Erste auf Schlussläuferin Lina Ende, die sich den Sieg nicht mehr nehmen ließ. Mit der neuen Bestzeit von 1:45,93 Minute sind die Forchheimerinnen Favorit bei den bayerischen Meisterschaften Ende Januar.

Mit neuer Aufstellung zementierten die Herren der LG ebenfalls einen Vereinsrekord, verpassten die Qualifikation für die "Deutsche" nur um wenige Zehntel. Hecht lief einen bravourösen Vorsprung heraus, den Schindzielorz ausbaute. Eckner lief das Rennen seines Lebens und übergab an Jonas Saffer, der erstmals über die 200 m antrat und prompt gewann. Nach 1:30,38 Minute stand der Staffeldoppelsieg der LG fest.mme