Weit mehr Arbeit als erhofft musste der SV Gößweinstein beim 5:2-Sieg in Wolfsberg gegen die dortige SG investieren. Im Verfolgerduell der Kreisklasse 3 hatten die Kroher-Schützlinge lange Zeit Vorteile zu verzeichnen, ehe sich die stabile Offensive der Gößweinsteiner im Schlussspurt doch noch durchsetzte, einen am Ende zu hoch ausgefallenen Sieg eintütete und Tabellenführer ASV Michelfeld damit auf den Fersen bleibt.

SG Wolfsberg/Geschwand - SV Gößweinstein 2:5
Die Gößweinsteiner, wie angekündigt ohne ihren Paradesturm um Sven Wächter und den nach der Pause kommenden Andreas Stenglein antretend, mussten einen frühen Schock verkraften. Noch keine Minute war gespielt, da nutzte SG-Routinier Jürgen Igl eine völlige Konfusion in der Abwehr und vollendete zielsicher zum 1:0. Als auch noch Abwehrchef Dominik Pöhlmann verletzungsbedingt passen musste und der lange Wochen verletzte Matthias Stenglein früh ins Gefecht geworfen wurde, schienen die SV-Aktien weiter zu sinken. Doch weit gefehlt. Plötzlich war der Meisterschaftsaspirant im Spiel. Sebastian Egloffstein fällte Nico Steinhäußer im Strafraum, den Elfmeter verwandelte Michael Stenglein sicher - schon vorher hätte Schiri Max Dadder den Gästen einen Strafstoß zuerkennen müssen, erkannte die Situation allerdings nicht korrekt.

"Bis zur Halbzeit waren wir jedenfalls auf Augenhöhe", erkannte SG-Trainer Andreas Kroher gute Ansätze bei seiner Elf, "wenngleich Gößweinstein die besseren Möglichkeiten hatte." Die Partie wogte hin und her, beide verzeichneten die ein oder andere anständige Möglichkeit. "Wir haben es danach verpasst, unsere Angriffe besser auszuspielen", so Kroher. Dessen Elf ging erneut in Führung. Und das nicht einmal unverdient. Schließlich gewann man nach der Pause ein Übergewicht.

Spektakulär war der Treffer von Nico Winter, der einen Diagonalball sauber abfasste und alleine vor Keeper Krug auftauchend zielsicher zum 2:1 (69.) verwandelte. Die Partie und damit auch die Meisterschaft schien gegessen. Doch nicht mit Gößweinstein. Die hatten bei subtropischen Temperaturen den unbedingten Willen, die Partie zu drehen. "Das hat den Ausschlag gegeben", so Spielertrainer Jens Zweck. Nach Bruder Marcel ("Geil, wenn du so einen nach zwei Ausfällen bringen kannst!"), dem mit einer Trainingseinheit 70 Minuten beißenden Matthias Stenglein und Andreas Stenglein ("Er war nicht fit, das merkt man") musste er selbst in der Schlussphase noch eingreifen. "Der fitteste bin ich ja nun auch nicht mehr", schmunzelt er.

Allen Ausfällen zum Trotz fighteten die Kicker aus der Marktgemeinde und drehten eine fast schon verloren geglaubte Partie. Ein Doppelschlag sorgte dabei für gute Laune. Erst traf Marcel Zweck (78.), ehe nur eine Zeigerumdrehung später Andreas Stenglein vollendete, nachdem Krug gegen Zweck noch stark parierte - 3:2. Vier Minuten später war die Messe gelesen. Erneut war es Marcel Zweck, der traf und den Deckel zum 4:2 (82.) draufmachte. Für den Schlusspunkt sorgte Jens Zweck, der kurz vor dem Ende zum 5:2 knipste und dem für den verletzungsbedingt passenden Horst Probst im Kasten stehenden Stephan Dresel keine Möglichkeit ließ. "Uns trifft es momentan sehr hart, aber der absolute Wille, das Spiel zu gewinnen, war da", so der Gößweinsteiner Coach. "Zwei gute Mannschaften haben den Zuschauern ein richtig gutes Spiel geboten", war auch der scheidende SG-Coach Andreas Kroher nicht unzufrieden mit der Darbietung seiner Schützlinge. "Wenn wir den ein oder anderen Angriff besser ausspielen, wäre vielleicht noch mehr drin gewesen", attestierte er seinen Mannen eine gute Vorstellung mit offensiven Schönheitsfehlern, die am Ende den möglichen Erfolg verhinderten. "Am Ende war der Sieg glaube ich verdient", so Jens Zweck. bär


Die Statistik zum Spiel

SG Wolfsberg/Geschwand: Dresel - Egloffstein, Hofmann, Zimmerer, Probst, Distler, Winter, Dümler, Igl, Eckert, Kirsch (Dominik Dresel, Rückert, Yildirici, Kroher).
SV Gößweinstein: Krug - Probst, Michael Stenglein, Steinhäußer, Pöhlmann, Helldörfer, Bauer, Richard Fruntz, Marcel Zweck, Sebald, Redel (Arnold, Michael Fruntz, Jens Zweck, Andreas Stenglein, Matthias Stenglein, Brendel).
Tore: 1:0 Igl (1.), 1:1 M. Stenglein (24./FE), 2:1 Winter (69.), 2:2 M. Zweck (77.), 2:3 A. Stenglein (79.), 2:4 M. Zweck (82.), 2:5 J. Zweck (84.)