Knapp vier Wochen vor Beginn der Rückrunde in der Fußball-Kreisliga 2 ER/PEG steht der Nachfolger von Stephan Schleiwies beim TSV Kirchehrenbach fest: Patrick Steube aus Heroldsbach tritt bei den Germanen im Sommer seine erste eigenverantwortliche Übungsleiterstelle an. Bis dahin wird Schleiwies, der nach zwei Spielzeiten seinen Hut nimmt, alles versuchen, seinen Heimatverein zum Klassenerhalt zu führen. Der TSV hat als Tabellenvorletzter drei Zähler Rückstand aufs rettende Ufer.

Steubes Kontrakt bei den Walberla-Kickern gilt aber unabhängig der Ligazugehörigkeit. Den Vollzug teilten TSV-Interimsvorsitzender Markus Hofmann und die sportliche Führung des Vereins mit, die sich derzeit aus Stammkeeper Marco Wagner und Co-Trainer Sebastian Häfner rekrutiert. Letzterer wird auch in der kommenden Saison als stellvertretender Coach fungieren und soll Steube vor allem in der Kennenlernphase unterstützen.

"Müssen nach vorne schauen"

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Wagner hatte den Kontakt zum 31-Jährigen geknüpft. "Mit der frühzeitigen Bekanntgabe dieser Verpflichtung möchten wir vor allem den Spielern ein Signal geben, dass wir nach vorne schauen wollen und müssen. Aber auch unseren Mitgliedern und Anhängern möchten wir zeigen, dass es weitergeht. Wir haben noch viele Punkte auf unserer Agenda und gehen sie Schritt für Schritt, Woche für Woche an", erklärt der Keeper.

Hofmann appellierte an die Akteure der Kreisligamannschaft. Mit aufmunternden Worten gab er zu bedenken, dass es auch anderswo mal rauf und mal runter gehe: "Hut ab vor euch allen, die auch in der jetzigen Phase versuchen, ihr Bestes zu geben und an einem Strang ziehen. Im Erfolg fällt das leicht, da kann das jeder. Erst wenn der Weg steiler wird, sieht man, auf wen Verlass ist." Hofmann verstehe es, wenn sich junge Spieler Gedanken über einen Vereinswechsel machen.

Gleichzeitig sagte er an die Adresse der Eigengewächse, dass es sich lohne, diese Erfahrungen fürs Leben mitzunehmen: "Mir gefällt es sehr, dass es nicht nur ganz junge Spieler sind, die ins kalte Wasser geworfen wurden und trotzdem nicht hadern. Auch einige Akteure der Alten Herren und sogar Spieler, die ihre Karriere längst beendet hatten, haben in der Hinrunde gezeigt, was Mannschaftsgeist heißt.

Steube übernahm erst kürzlich in Heroldsbach zusammen mit Hannes Feeß das Traineramt, nachdem sich der Klub aus der Kreisklasse 2 von Armin Appelt getrennt hatte. Zudem ist der 31-Jährige dort sportlicher Leiter. Der Mittelfeldspieler hofft, dass er mit der SpVgg so schnell wie den Ligaverbleib sichert, um sich um seine künftige Mannschaft kümmern zu können. Beide Teams bestreiten am 8. März in Ehraboch ein Testspiel gegeneinander.

Der gebürtige Thüringer wuchs in Kronach auf. Bei seinem Jugendverein TSV Neukenroth, beim SV Reitsch und TSF Theisenort agierte er noch in der Abwehr. In Mitwitz wurde er zum "6er" umfunktioniert und stieg 2010 mit dem FC in die Bezirksoberliga auf. Der Umzug nach Heroldsbach 2013 war beruflich bedingt, inzwischen ist Steube verheiratet und hat einen Sohn.