Der Job des Spielerberaters, der vor einigen Jahren noch ein Nischendasein fristete, hat Hochkonjunktur. Auch hinter den Kulissen des Profifußballs fließen enorme Summen, die 2017 im 222-Millionen-Euro-Deal um Neymar gipfelten. Einer, der zwar (noch) nicht die Großen des Sports unter seinen Fittichen hat, sich in der teilweise verrufenen, weil verborgenen Branche aber auskennt, ist der Forchheimer Erkan Martin. Nach seiner aktiven Laufbahn heuerte der 34-Jährige in der Agentur von Ex-Bundesliga-Trainer Uwe Rapolder an, wo er sich Kenntnisse aneignete, die man in keiner Ausbildung erhält - und vor allem Kontakte knüpfte.

"Beziehungen sind das A und O", sagt Martin, der täglich im Schnitt drei bis vier Stunden telefoniert. In seinem Handy sind mehr als 4000 Einträge gespeichert. Aufgrund von Namensdopplungen sind diese zum Teil mit Ländern und Städten ergänzt. Sein Spezialgebiet ist aufgrund seiner Wurzeln der türkische Zielmarkt. Dazu reist er durch ganz Deutschland, sieht sich etliche Amateurspiele an. "In der Jugend nur Bundesliga. Bei den Erwachsenen muss es mindestens Regionalliga sein", sagt Martin zu den Aussichten der Kicker. "Wenn mir jemand positiv auffällt, spreche ich ihn oder einen Elternteil an. Man muss Vertrauen aufbauen und den Spieler bzw. seinen Erziehungsberechtigten überzeugen, dass er bei mir die besten Chancen auf eine Profikarriere hat."

Wie es dazu kam, dass Erkan Martin seinen Bruder verkaufte, und warum türkische Väter seiner Meinung nach die schlimmsten sind, lesen Sie auf inFranken.de-Plus.