Am Ende mussten die Schach-Spieler des SC Forchheim einmal tief durchatmen. Denn mit einem so spannenden Auftakt in die neue Saison der 2. Bundesliga Ost hatten sie nicht gerechnet. Nach dem 5:3-Sieg gegen die SG Leipzig wurde es beim Aufsteiger SG Aufbau Elbe Magdeburg noch ein wenig knapper (4,5:3,5).
In beiden Spielen zeigte sich jedoch, dass sich Florian Ott immer mehr zum Leistungsträger entwickelt. Der erst 17-jährige BWL-Student setzte in seiner zweiten Saison für den SCF seinen Siegeszug weiter fort. Er siegte dabei gegen den erfahrenen Fidemeister (FM) Matthias Liedtke (Leipzig) sowie die Nationalspielerin und Internationale Meisterin (WIM) Maria Schöne (Magdeburg).


Jansa noch zu müde

Mit zwei Erfolgen hatte der frischgebackene Internationale Meister (IM) Alexander Seyb ebenfalls maßgeblichen Anteil an den Siegen. Zuerst kannte er sich besser in der Eröffnunstheorie aus als Leonhard Richter und sparte dadurch - anders als sein Kontrahent - wichtige Bedenkzeit. Ein ungenauer Zug des Magdeburgers Jan Wöllermann reichte aus, um die Partie zugunsten Richters zu entscheiden.

Etwas zerknirscht zeigte sich Großmeister (GM) Vlastimil Jansa. "Trotz der Mannschaftssiege kann ich mit meinen beiden Partien keineswegs zufrieden sein", erklärte er. Weil er gegen IM Hannes Langrock allen Remis-Varianten aus dem Weg ging, um auf Sieg zu spielen, sei er in ein verlorenes Endspiel geraten. "Ein unlösbar trauriges Ende." Das zweite Match gegen Magdeburg spielte er unter dem Eindruck des Vortages, agierte sichtlich nervös und kam gegen Gordon Andre in Schwierigkeiten, die er jedoch doch noch in ein Unentschieden wendete. "Vielleicht lag es auch daran, dass ich nach dem Weltcup in Baku so müde war", vermutete Jansa. Dort hatte der tschechische Nationaltrainer seinen Schützling David Navara betreut, der zur absoluten Weltspitze gehört. "Wir hatten ursprünglich gar nicht mit Vlasti geplant," sagte SC-Kapitän Manfred Heidrich. Deshalb sei auch GM Milos Jirovsky in der Mannschaft gewesen.

Der Großmeister überspielte am Spitzenbrett FM Roland Voigt in einer taktisch geführten Partie und zeigte sich beim Unentschieden gegen Josefine Heinemann als Gentleman. Während Hans-Jürgen Döres zwei halbe Punkte beisteuerte, blieb der zuletzt im Seniorenschach so erfolgreiche FM Berthold Bartsch ohne Fortune.


Auf das Ergebnis kommt es an

Ein Auf und Ab erlebte FM Manfred Heidrich. Der SCF-Kapitän gewann gegen den Leipziger FM Stephan Rausch, verlor gegen den Magdeburger Johannes Paul, freute sich aber über das Gesamtergebnis.

Der gegen Leipzig pausierende IM Andreas Rupprecht hatte gegen WGM Tatjana Melamed eine nicht ganz vollwertige Eröffnungsvariante gewählt, um das Spiel früh zu verschärfen. "Sie kannte die beste Erwiderung und hatte einen soliden Vorteil", sagte Rupprecht. "Ich habe in ein Endspiel mit Minusbauern abgewickelt, in dem wir beide meinten, dass ich genug Aktivität für das Unentschieden habe." Die Ersatzleute Bernd Hümmer und Johannes Mann führten sich mit je einem Remis sehr gut ein. Für den 16-jährigen Schüler war es die Premiere in der 2. Bundesliga Ost. ug