Der Steilpass kursiert weiter im Erlanger Stadtgebiet und Samet Köse bringt seinen jüngeren Bruder Semih ins Spiel, der in Diensten des Kreisligisten SpVgg Erlangen steht. Der 21-Jährige hat vor allem in der Jugend schon einige Erfolge gefeiert und hat sich als persönliches Ziel gesteckt, einmal in der Landesliga zu kicken.

Wer hat Sie angespielt?
Köse: Mein Bruder Samet. Er ist sieben Jahre älter und ein sehr ehrgeiziger Fußballer, der immer gewinnen will. Als Stürmer hat er früher noch Tore geschossen, aber mittlerweile ist es seine Aufgabe, als Verteidiger solche zu verhindern. Bisher ist es uns verwehrt geblieben, in einer Mannschaft zusammenzuspielen. Das liegt aber auch daran, dass ich mit Anfang 20 noch andere Ziele habe und unbedingt mal höherklassig kicken möchte. Aber trotzdem ist es mein Wunsch, irgendwann mal mit ihm Seite an Seite zu spielen.

Wie sieht Ihr Laufweg aus?
Also angefangen habe ich in der E-Jugend beim ATSV Erlangen. In der D- und C-Jugend war ich dann bei der SpVgg, wo wir eine richtige starke Mannschaft hatten und den Aufstieg in die Bezirksoberliga schafften. Ich glaube, wir hatten ein Torverhältnis von 114:20 - das war einfach überragend. Danach habe ich den Sprung in die B-Jugend von Erlangen-Bruck gewagt, wo ich mit meinem Team knapp den Aufstieg in die Bayernliga verpasst habe. Daraufhin konnte ich aus beruflichen Gründen nicht mehr voll mitziehen, auch wenn ich mir erhofft hatte, auch mit der A-Jugend in der Bayernliga spielen zu dürfen. Das hat aber leider nicht geklappt, und ich wechselte noch in der B-Jugend nach Eltersdorf. Nach einem Jahr bin ich dann zurück zur SpVgg Erlangen und hier geblieben. Aber ich möchte unbedingt nochmal in einer besseren Liga spielen. Natürlich muss man realistisch bleiben: Bundesligaprofi werde ich nicht mehr. Doch ich glaube, Landesliga wäre schon noch drin, wofür man aber auch hart arbeiten muss.

Was erwarten Sie vom Wochenende?
Wir spielen am Sonntag gegen Lonnerstadt. Das ist ein sehr unangenehmer Gegner, weil man nie weiß, wie die drauf sind. Umso wichtiger ist es für uns, die ersten 20 bis 25 Minuten den Ball laufen zu lassen. Der TSV hat einen guten Spielertrainer, der immer wieder mit platzierten Zuspielen durch die Gassen gefährlich ist, und schnelle Flügelspieler. Daher dürfen wir nicht von Beginn an in die bedingungslose Offensive gehen, ein Tor kann auch reichen.
Wenn wir das Spiel gewinnen, schaut es wirklich gut aus. Wir führen derzeit die Tabelle mit acht Zählern Vorsprung an und haben gute Chancen auf den Aufstieg. Unser Trainer findet immer die richtigen Worte, so dass wir jede Partie sehr motiviert angehen. Dass der Vorsprung schnell schmelzen kann, haben wir zu Beginn der Rückrunde gesehen. Da haben wir die ersten zwei, drei Spiele komplett verschlafen und unnötig Zähler liegen gelassen.

An wen passen Sie weiter?
Miguel Gonzales vom SC Neuses möchte ich den Steilpass zuspielen. Wir waren zusammen in der Grundschule und sind seitdem wirklich gute Freunde. Eigentlich verbringen wir jeden Tag gemeinsam und tauschen uns auch über Fußball sehr viel aus. Als ich für die Eltersdorfer B-Jugend gekickt habe, ist er zeitgleich für die A-Junioren aufgelaufen und hat danach noch beim Baiersdorfer SV in höheren Ligen Spielpraxis gesammelt. Momentan steht er mit Neuses allerdings auf dem letzten Tabellenplatz und kämpft mit aller Gewalt um den Klassenerhalt. Das wird aber sehr schwierig für sie werden, da sie noch viele unangenehme Spiele vor sich haben. Miguel ist ebenfalls sehr ehrgeizig und ein hervorragender Techniker. Nicht nur wegen seinem linken Hammer hätte er locker das Zeug dazu, höherklassig zu spielen. Gönnen würde ich es ihm auf jeden Fall.


Steilpass-Regeln


Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven. Die besten Pässe fließen in eine Wertung ein. Die Entfernung zwischen zwei Vereinen, die mit dem Steilpass überbrückt wird, ist dabei ein Kriterium. Wird zusätzlich ein Spieler einer anderen Nationalität angespielt, werden zehn Extra-Kilometer draufgeschlagen. Spielt ein Mann eine Frau an oder umgekehrt, verdoppeln sich die Kilometer, die dann in ein Punktesystem übertragen werden.