Ehe ein Ball in der offiziellen Einzel- und Doppelkonkurrenz beim Bauer-Watertechnology-Cup in Eckental geschlagen wurde, waren auf den beiden Teppichboden-Courts im House of Sports von Samstagfrüh bis zum gestrigen Nachmittag bereits 25 Qualifikationsspiele absolviert worden. Am Ende dieser "Tennis-Mühlen" jubelten drei Franzosen - und der Nürnberger Lokalmatador Robin Kern.

Am Reformationstag (ab 11 Uhr) herrscht Hochbetrieb beim ATP-Challenger-Turnier: Zehn Einzel und zwei Doppel stehen auf dem Programm. Dies beinhaltet den ersten Auftritt des topgesetzten Ruben Bemelmans (im dritten Spiel des Tages). Nicht vor 16.30 Uhr beginnen die Partien von Dustin Brown und des auf Position 2 gelisteten Nürnbergers Maximilian Marterer, die gestern Nachmittag ein gemeinsames Doppel bestritten und souverän mit 6:2, 6:4 gegen das deutsche Duo Hassan/Hofmann gewannen.


Vier Mal dasselbe Muster

Alle vier Endspiele um den Einzug ins 32er-Hauptfeld dieses mit 43 000 Euro dotierten Turniers verliefen relativ ähnlich: Zwei-Satz-Siege mit einer Spielzeit von 55 bis 70 Minuten. "Ich bin sehr froh, dass ich im Hauptfeld stehe. Auf diesem schnellen Teppichboden entscheiden meist nur ein paar Bälle. Da sind die Matches immer eng", bilanzierte Kern, der den Wunsch äußerte, nicht schon in Runde 1 auf Marterer, die Nummer 100 der Welt, zu treffen. Und siehe da: Glücksgöttin Fortuna war dem 24-Jährigen, der aufgrund seiner Größe und Aufschlagstärke Vorteile gegen Marc Sieber besaß (6:4, 6:2), zunächst hold.

Kern trifft auf den ungesetzten Italiener Simone Bolelli, der 2009 allerdings unter die weltweite Top 40 vorgedrungen war. Sollte er diese Hürde überspringen, droht ihm in der nächsten Runde aber doch Marterer. Kern, der in diesem Jahr mit Grün-Weiß Mannheim deutscher Vizemeister wurde, besiegte vor Sieber mit Ralph Regus und Tim Pütz ebenfalls zwei Deutsche und ist noch ohne Satzverlust.

Auch zwei weiteren Deutschen blieb das Hauptfeld verwehrt. Beide scheiterten an Franzosen: Der mit einer Wild-Card bedachte Sebastian Prechtel lieferte sich mit Even Furness einen packenden ersten Satz (5:7), hatte im folgenden Durchgang aber keine Chance (1:6). Furness sorgte am Sonntag für die Überraschung des Tages, als er Marcos Baghdatis mit mit 6:7, 6:3, 6:4 ausschaltete. Der Zypriote war am Mittwoch plötzlich aufgetaucht und bat um "Aufnahme". Turnierdirektor Marcus Slany gab ihm eine Wild-Card für die Quali und ein Freilos für Runde 1. Die aktuelle Nummer 93 (einst Nr. 8) musste jedoch Schwerstarbeit gegen den jungen Franzosen leisten, der das bessere Ende für sich hatte.

Benjamin Hassan vom TC Neuwied (Rheinland-Pfalz) stand im ersten Spiel des Montags auf dem Centercourt gegen Kenny de Schepper auf verlorenem Posten (1:6, 2:6). Da wollte natürlich auch der dritte Franzose in nichts nachstehen: Mathias Bourgue gewann gegen den Schweizer Yann Marti 6:4, 6:4.

Die erste Partie des Hauptfelds war exotisch: Der Bosnier Mirza Basic bezwang den Ägypter Karim-Mohamed Maamoun mit 6:4, 7:5.