Zugegeben: Die Chance, dass eine Mannschaft, deren Name irgendetwas mit Alkohol zu tun hat, das Forchheimer Quattroball-Turnier (QuattFo) gewinnt, ist angesichts von Teilnehmern wie SaufPark, HC Weizentierchen und FC Full(ham) nicht allzu gering. Bei der 23. Auflage bewiesen aber sowohl Bahama Papas als auch Ernst Mosch und die Hebendänzer, dass sich bei der zweitägigen Veranstaltung auf der Sportinsel Sport und Geselligkeit prima verbinden lassen. Die nach einem Cocktail benannten Bahama Papas holten sich im 13. Anlauf mit 13 Siegen zum ersten Mal den Titel.

"Basketball ist unsere Schwachstelle. Da haben wir drei von vier Partien verloren", erzählt Teammitglied Lukas Heinrich. Da sie sowohl am Samstag als auch am Sonntag alle anderen Begegnungen in Fußball, Handball und Volleyball gewannen, qualifizierten sie sich aber zunächst für die Gruppe der besten 16, wo sie sich schließlich an die Spitze setzten. "Wir hatten doppelte Hilfe von Tante Hillas Gespür für Kaffee", berichtet Heinrich. "Gegen sie haben wir unser einziges Basketballspiel gewonnen und dann haben sie die Zirkulatoren im Volleyball geschlagen", sagt der Forchheimer.


Neues Trauma ersetzt altes

Somit war die schlechte Korbbilanz zu verschmerzen. Allerdings trug Denise Lauger ein anderes Basketball-Trauma davon. Ausgerechnet beim Erfolg gegen Tante Hilla verletzte sie sich am Arm, so dass die Bahamas mehr Mühe hatten, bei dem Mixed-Turnier stets mindestens zwei Frauen aufs Feld zu schicken. Dank der medizinischen Betreuung vor Ort konnte Lauger spätestens bei der Siegerehrung wieder lächeln. Den Pokal - traditionell vom Vorjahressieger gebastelt und heuer der Fußball-WM-Trophäe ähnelnd - stemmte aber Michaela Knauer in die Höhe.

Apropos WM: Damit die Teilnehmer rechtzeitig zum Anstoß des Endspiels vor dem Bildschirm sitzen konnten, verkürzten die Organisatoren die Partien am zweiten Tag von zwei Mal zehn auf ein Mal 15 Minuten. Vor allem die auswärtigen Teams fanden am früheren Veranstaltungsende Gefallen, doch schon bei der Siegerehrung im Festzelt stimmten die Sportler auf die Frage von Moderator Christopher Fleith per Applaus für eine Rückkehr zum üblichen Modus bei der 24. Auflage.

Als Titelverteidiger werden die Papas (und Mamas) natürlich wieder dabei sein - mit einem Pokal für ihren Nachfolger. "Vielleicht machen wir irgendetwas mit einer Palme", sagt Lauger mit Bezug auf ihre Plastikpflanze, die sie seit der Premiere 2006 begleitet. "Und vielleicht kriegen wir vom Veranstalter eine neue, denn unsere ist inzwischen ganz schön mitgenommen", sagte die Forchheimerin augenzwinkernd.

Neben dem Sieger und zahlreichen Stammgästen, die aufgrund der großen Nachfrage für 2019 aber wie immer auf etwas Losglück hoffen müssen, haben die Duddnbadscher - next Generation ihre Fahrkarte sicher. "Ihr wart sogar schlechter als eine Mannschaft, die nicht angetreten ist", sagte Fleith angesichts von null Punkten und des negativen "Torverhältnisses". Als Trostpflaster gab es von Oberbürgermeister Uwe Kirschstein einen Ball zum Üben. Ebenfalls humorvoll ging der Moderator von Radio Bamberg mit der Annette Schrauder von der Sparkasse um: Die Vertreterin des Hauptsponsors sah die teilweise komplizierten Teamnamen beim Verlesen des Endergebnisses zum ersten Mal.


Lob von und für Schiedsrichter(n)

Lob gab es unter anderem für die Hahner-Truppe, die mehrmals für andere Teams als Schiedsrichter einsprang. Bei einigen Partien wäre ein Unparteiischer aber gar nicht nötig gewesen, wie Daniel Boromissza von is doch Worscht als Schiri eines Fußballspiels feststellte: "Ihr seid so fair, ihr braucht mich ja gar nicht." Gebraucht wurde aber das Orga-Team um Thomas Horak, der über Mikrofon verlorene Gegenstände an ihre Besitzer brachte, sowie die Helfer bei Aufbau bis Ausschank. Am Samstagabend spielte die Band Nachtschicht.