Mit Spielern aus 13 Nationen im Hauptfeld wird der neue Titelname "Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften" des ATP-Challengers deutlich unterstrichen. Seit dem gestrigen frühen Nachmittag ist das 32er-Feld im House of Sports komplett: Drei Siege in drei Tagen waren notwendig für das Weiterzukommen, dazu die Chance, beim Überstehen der ersten Runde ATP-Punkte zu ergattern. Zwei Franzosen, ein Italiener und ein Niederländer erkämpften sich in den "Quali"-Finals ohne deutsche Beteiligung die begehrten Tickets.

Die leichteste Aufgabe hatte Igor Sijsling zu bewältigen. Der Eckental-Gewinner von 2010 - damals gegen Ruben Bemelmans - gewann fast mühelos gegen Alexander Bublik, der mit seinem Spiel und sich selbst haderte. In nur 38 Minuten konnte der 31-jährige Rechtshänder aus Amsterdam alles klar machen.

36 Asse in knapp zwei Stunden

Wesentlich spannender und auf höherem Niveau verlief das zweite Spiel auf dem Center Court, auch wenn lange Ballwechsel eher die Ausnahme waren. Der Drei-Satz-Sieger Albano Olivetti aus Frankreich lieferte sich mit dem Kroaten Borna Gojo ein kraftvolles Service-Festival. Nicht weniger als 36 Asse in knapp zwei Stunden produzierte das Duo.

Zeitgleich stand auf dem zweiten Platz im House of Sports ein französisches Duell auf dem Finalplan. Der acht Jahre ältere Gleb Sakharov ließ nach dem ersten gewonnen Tiebreak nichts mehr anbrennen und eliminierte seinen Landsmann Benjamin Bonzi klar mit 6:1. Sehr temperamentvoll präsentierte sich der an Nummer 4 gesetzte Italiener Roberta Marcora, bei dem im oft zitierten siebten Spiel der Knoten platzte. 4:3 - und von nun an lief alles nach Plan. Dem Belgier Joris De Loore war nur noch ein einziges Spiel vergönnt, während sich der überlegene Sieger ein Dutzend Breakchancen erspielte und davon vier nutzte.

Als Lokalmatador musste Johannes Haerteis, der am Vortag Runde 2 der Einzel-Qualifikation nicht überstand, mit seinem Partner Kai Lemstra in der Doppelkonkurrenz (das beste je in Eckental gemeldete Feld mit einem "Cut" von 271) ran. Der Nürnberger zeigte sich gut erholt, das deutsche Youngster-Duo (22 und 19 Jahre) gewann überlegen mit 7:1 den Tiebreak im ersten Satz und ließ auch in der Folgezeit gegen Rameez Junaid (Australien) und David Pel (Niederlande) nicht nach.

Spanischer Garcia-Lopez-Krimi

Die erste Partie im Einzel-Hauptfeld bot einen Fast-Zwei-Stunden-Krimi: Der 35-jährige Guillermo Garcia-Lopez musste sich mächtig strecken, um sich gegen den 13 Jahre jüngeren Franzosen Quentin Halys zu behaupten. Mit dem dritten Matchball setzte sich die Nummer 3 des Turniers knapp durch.

Am Dienstag stehen ab 11 Uhr zwölf Spiele auf dem dichten Programm: Zunächst die drei jungen deutschen Wild-Card-Besitzer Masur, Wessels und Molleker, ehe gegen 16 Uhr einer der Geheimfavoriten, Marcos Baghdatis gegen Albano Olivetti (viertes Spiel in vier Tagen) gefordert sein wird. Gegen 18 Uhr spielen mit Daniel Brands und Ruben Bemelmans zwei ehemalige Turniersieger gegeneinander.

Qualifikations-Endspiele:

A. Olivetti (FRA) - B. Gojo (CRO) 4:6, 7:6(5), 6:4; I. Sijsling (NED) - A. Bublik (KAZ) 6:3, 6:0; R. Marcora (ITA) - J. De Loore (BEL) 6:3, 6:1; G. Sakharov (FRA) - B. Bonzi (FRA) 7:6(4), 6:1.

Einzel: 1. Runde Hauptfeld:

G. Garcia-Lopez (ESP) - Q. Halys (FRAU) 7:6(7), 7:6(5); D. Novak (AUT) - M. Moraing (GER) 7:5, 6:4.

Doppel:

J. Haerteis (GER) / K. Lemstra (GER) - R. Junaid (AUS) / D. Pel (NED) 7:6/1), 6:3.