Kein echtes Happy End für die Männer des HC Forchheim beim Handballkrimi gegen Sulzbach. Durch das Unentschieden gegen das Team aus dem Tabellenmittelfeld der Landesliga verpassten es die Gastgeber, die Rote Laterne abzugeben.


HC Forchheim - HC Sulzbach-Rosenberg 33:33

Improvisation bei der Aufstellung ist mittlerweile leidige Routine für Forchheims Trainer Matthias Gieck. Neben Christian Regelmann meldete sich zwar auch Torwart Matthias Müller gesund und in ausgezeichneter Form zurück, dafür fehlte sein zuletzt stark haltender Kollege Clemens Rein. In die Liste der Verletzen reihte sich unter der Woche Felix Engel ein, zudem wurde Colm Thiel von der Erlanger Bundesliga-A-Jugend angefordert. Wenige Optionen also im so wichtigen Spiel gegen ein ebenfalls ersatzgeschwächtes Sulzbach-Rosenberg.

Keine zwei Minuten dauerte es, da lag der Gast mit 2:0 in Führung. Aber man merkte den Flippers an, dass sie die Punkte behalten wollten. Mit vier Treffern in Folge glückte der Auftakt in einem in der Folge ausgeglichenen Spiel. Die Rosenberger behaupteten ab der 15. Minute bis zum 14:16-Pausenstand durchgehend einen Zwei-Tore-Vorsprung.

Ein nahezu unverändertes Bild bot sich dem lautstarken Forchheimer Anhang in Hälfte 2. Zur Freude des Publikums lagen die Gastgeber ab der 35. Minute beständig knapp vorn, versäumten es jedoch, sich entscheidend abzusetzen. Zu passive Phasen in der Abwehr, in denen gegen die Sulzbacher Angreifer einfach nicht konsequent genug gearbeitet wurde, erleichterten den Oberpfälzern, in Schlagweite zu bleiben. Auch im Angriff wirkte vieles zu statisch. Die "HSG Bauer-Radina" lieferte zwar 19 Tore und es gab endlich mal wieder erfolgreiche Tempogegenstöße zu bejubeln, aber in der Breite ging von der Forchheimer Offensive im gebundenen Spiel einfach zu wenig Druck aus.

Die Zuschauer hatten sich mehr Aktionen im Stile von Julius Sitzmann gewünscht, der mit unbändigem Willen den Weg zum Tor suchte. Statt dessen mussten die Zuschauer fassungslos beobachten, wie zwei glasklare Konter verschenkt wurden, weil es der HC gegen den mehr als zwei Meter großen Gästetorhüter mit einem Heber versuchte. So blieb das Spiel - aus Forchheimer Sicht völlig unnötig - spannend bis zum Abpfiff.


Referees leisten sich Fehler

In der hektischen Schlussphase kam auch noch Pech dazu. Sulzbach gelang in der letzten Minute der Ausgleich. Gieck nahm eine Auszeit, um den letzten Spielzug zu besprechen. 15 Sekunden standen dafür zur Verfügung. Festmachen lassen und Freiwurf durch Stefan Bauer, lautete der Plan. Doch das bis dahin gut agierende Schiedsrichterduo leistete sich den spielentscheidenden Fehler. Die Unparteiischen übersahen beim Freiwurf eine klare Sulzbacher Regelwidrigkeit, die mit Starfwurf und zwei Minuten hätte geahndet werden müssen. Stattdessen lief die Uhr runter und der Wurf von Bauer schlug eine Sekunde zu spät im gegnerischen Kasten ein.

So blieb es beim unterm Strich gerechten Unentschieden, das für den HC im Abstiegskampf aber zu wenig ist. Der Trainer sah Licht und Schatten: "Kampfgeist und Moral haben gestimmt und unser tolles Publikum hatte sicher seinen Anteil am Punktgewinn. Wir kennen unsere Baustellen und werden in der Faschingspause weiter daran arbeiten." Drei Wochen hat der 36-Jährige dafür Zeit, bevor es am 24. Februar in Münchberg weitergeht. Zudem hofft Gieck auf die Rückkehr des einen oder anderen Verletzten, um sich geschlossen auf die verbleibenden neun Partien im Abstiegskampf vorzubereiten.
Forchheim: Müller - Sitzmann (4), Mückusch (1), Regelmann (1), Stöckl, Hallmann (2), Radina (6), Bauer (13), Kist (1), Opitz (3), Klingert, Fürch (2/2)